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Potentiale sind vorhanden

Energiewende-Ziel für Strom aus KWK wird verfehlt

04.10.2014, 09:00

Mini-Blockheizkraftwerk im privaten Hauskeller
Mini-KWK-Anlagen spielen noch keine große Rolle. © Vaillant

Mit einem Weiter-So ist das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 insgesamt 25 Prozent des Strom aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung zu erzielen Makulatur. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums, die jetzt vorgelegt wurde. Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktbedingungen werde die Stromerzeugung aus KWK bis zum Jahr 2020 gegenüber dem heutigen Stand stagnieren, so die Experten: "Das aktuelle Ziel von 25 Prozent KWK-Stromerzeugung im Jahr 2020 wird demnach deutlich verfehlt werden" warnen sie. Eine ausführliche Präsentation soll es in zwei Wochen geben.

Erstellt wurde die Studie von Prognos AG, Fraunhofer IFAM, dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien und BHKW Consult. Die Experten haben ermittelt, dass im Moment rund 96 Terrawattstunden Strom so erzeugt werden, dass die dabei anfallende Wärme genutzt wird. Das entspricht einem Anteil von 16,2 Prozent an der gesamten Nettostromerzeugung in Deutschland. Mehr als die Hälfte sind so genannte KWK-Anlagen der allgemeinen Versorgung, also bei Energieversorgern oder Stadtwerken, die Fernwärme anbieten. Knapp ein Drittel entfällt auf die Industrie. Der Rest sind Anlagen, die mit biogenen Rohstoffen, in der Regel Biogas arbeiten und dezentrale kleine KWK-Anlagen. Deren Akzeptanz ist mit entsprechenden Förderprogrammen aus dem Marktanreizprogramm gestiegen.

Die Belastung des selbst erzeugten Stroms mit EEG-Umlage seit der Novelle des EEG im August 2014 hat aber für Verunsicherung gesorgt. Weitere Potentiale sehen die Fachleute in ihrem Bericht für das Bundeswirtschaftsministerium vor allem im Bereich von Fernwärme und Industrie. "In Gebieten ohne Fernwärmeanschluss weisen auch Objekt-KWK-Anlagen zusätzliche Potenziale auf", so die Studie weiter. Als Gesamtpotenzial für die KWK-Stromerzeugung sehen die Autoren 170 TWh/a und 240 Twh/a, das wäre gegenüber dem Status quo fast eine Verdoppelung.

Sie argumentieren auch, dass Strom aus KWK die Stromngewinnung aus Erneuerbaren gut ergänzt. Stromspitzen aus Wind und Sonne gebe es in der Regel dann, wenn wenig Wärmebedarf da ist, sprich in der wärmeren Jahreszeit. "Durch den Bau von kostengünstigen Wärmespeichern kann die Flexibilität der KWK noch weiter erhöht werden", so das Ergebnis der Studie. Die Wirtschaftlichkeit der KWK in der allgemeinen Versorgung sei unter den aktuellen Bedingungen (niedrige Stromgroßhandelspreise) für Neubauvorhaben und Anlagenmodernisierungen nicht gegeben. Im Bestand könnten heute und in den nächsten Jahren nur noch Kohle-KWK-Anlagen wirtschaftlich betrieben werden, Anlagen mit Erdgas könnten dagegen ihre Betriebskosten nicht decken. Für die Betreiber entstehen damit aktuell und zukünftig Verluste.

Für die Objektversorgung und die Industrie hänge die Wirtschaftlichkeit sehr stark von der Stromeigennutzungsquopte und den Strombezugskosten ab. "Die anteilige Belastung des selbst genutzten Stroms mit der EEG-Umlage dämpft seit der EEG-Novelle die Wirtschaftlichkeit. In Wohngebäuden sei der Aufwand für den Stromverkauf hoch, das Steuerrecht berge für Eigentümergemeinschaften und Wohnungsunternehmen viele Hürden. Es gibt aber einige Projekte, in denen die Versorgung mit Mieterstrom auch nach der EEG-Novelle weiter betrieben wird. von Pia Grund-Ludwig

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