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10. Biberacher Forum Gebäudetechnik

Energiemanagement braucht bessere Rückkoppelung

16.04.2009, 14:15

Gebäude HUK Coburg
Bei der Erweiterung der HUK spielte das Energiemanagement eine Rolle. © HUK

Energiemanagement werde, so Martin Becker der Hochschule Biberach auf dem Einführungsvortrag des 10. Biberacher Forum Gebäudetechnik, noch nicht ausreichend als kontinuierlicher Prozess im Sinne eines Regelkreises verstanden. Kontinuierliches Monitoring und Berücksichtigung des Nutzerverhaltens seien aber erforderlich.

Simon Meier von Siemens Building Technologies, Zug, beschrieb, wie bei einem Bürogebäude seines Unternehmens nach einem Jahr eine Verbrauchsreduzierung von 43 Prozent bei der Heizenergie erzielt wurde. Generell sprach er im Nichtwohnungsbereich von Potentialen von mindestens 10 Prozent. 

Tom Kieffer und Markus Treiber von Drees & Sommer Advanced Building Technologies, Stuttgart, stellten das strategische Energiemanagement als Teil des Green Building Managements am Beispiel der Erweiterung der HUK Coburg sowie die Emulation, also die Nachbildung des Systems, als Instrument zur Qualitätssicherung der realisierten Regelungs- und Automatisierungstechnik vor.

Bei der Emulation wird in diesem Fall eine Komponente aus der Gebäudeautomation in einer Testumgebung unter realitätsnahen und reproduzierbaren Randbedingungen auf den Prüfstand gestellt. Die Überprüfung im laufenden Betrieb wäre zeitaufwändig und teuer. Die Kosten für die Durchführung einer Emulation lägen deutlich niedriger als der Kostenaufwand für Mängelbeseitigung und Nacharbeit bei Projekten ohne Emulation, erklärte Treiber.

Tilo Ebert präsentierte Zertifizierungssysteme für nachhaltiges Bauen wie LEED und das DGNB-Zertifikat. Diese trügen dazu bei, im Erstellungsprozess das Bewusstsein für nachhaltiges Bauen zu schärfen, das Ergebnis messbar zu machen und dadurch die Qualität der Immobilie zu steigern, so Ebert in seinem Vortrag.

Neubau und Sanierung des Bürokomplexes der SOKA-BAU in Wiesbaden hat Professor Roland Koenigsdorff, Hochschule Biberach, wissenschaftlich evaluiert. Neben einer kontrollierten natürlichen Lüftung sowie thermoaktiver Bauteilsysteme kam dort eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung mit Blockheizkraftwerk, Absorptions- und Kompressionskältemaschinen sowie Freikühlung zum Einsatz. Die Einhaltung der in der Planung festgelegten und simulierten Raumkonditionen sowie der prognostizierten Energieverbräuche konnte nachgewiesen werden. Durch laufende Optimierung konnte der Betreiber den Wärmeverbrauch reduzieren.

Vor allem aber wurde die Effizienz der Kraft-Wärme-Kopplung verbessert. Der nutzungsbedingte Strom- und Kälteverbrauch stiegen an, was vor allem auf den wachsenden Bedarf des Rechenzentrums zurückzuführen sei. Hier sieht Koenigsdorff wichtige Zukunftsthemen für die Energiebranche: Effiziente Kälteerzeugung, -verteilung und -nutzung, Effizienz elektrischer Geräte, optimaler Einsatz von Rückkühlwerken und die Regelung thermoaktiver Bauteilsysteme.

Mit der verbesserten Betriebsführung durch Regelstrategien, die den Verbrauch vorhersagen, beschäftigt sich die Hochschule Offenburg. Häufig würden die Geschossdecken von Gebäuden passiv oder aktiv als Wärme- beziehungsweise Kältespeicher genutzt. Bedingt durch die hohe Gebäudemasse reagiert ein solches System nur sehr träge auf Temperaturänderungen. Eine auf Wetter- und Nutzungsprognosen basierende Steuerung könne deshalb den Betrieb deutlich verbessern und werde zum Teil auch schon eingesetzt, so Thomas Feldmann.

Als Demonstrations- und Testbeispiel stellte Feldmann die prädiktive Regelung einer mechanischen sommerlichen Nachtlüftung vor, durch welche knapp 40 Prozent Einsparung an elektrischer Energie für die Luftförderung bei gleich bleibender thermischer Behaglichkeit erreicht werden konnten. pgl

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