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Kosten sind vor allem in schlecht gedämmten Gebäuden enorm

Energieexperten warnen vor Elektroheizungen

26.02.2014, 06:00

Elektroheizungen in Wohnhäusern sind meistens ökologisch problematisch– und darüber hinaus ökonomisch unsinnig. Betroffene Hausbesitzer sollten deshalb genau prüfen, ob die Erzeugung von Raumwärme mit dieser Heiztechnik zu hohe Ausgaben verursacht, rät das Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg.

Zu Stromheizungen gehören Nachtstromheizungen und mit Tagstrom betriebene Elektrodirektheizsysteme. In Deutschland gibt es davon noch rund 1,4 Millionen, vor allem in unsanierten Gebäuden. "Die Kosten pro Kilowattstunde Wärme sind bei ihnen um den Faktor zwei bis drei höher als bei effizienten Gas- oder Ölheizungen, auch wenn die günstigere Anschaffung einberechnet wird", warnt Petra Hegen von Zukunft Altbau. "Für einen normalen 120-Quadratmeter-Altbau kommen da bis zu 2.000 Euro mehr pro Jahr zusammen."

Stromheizungen belasten die Umwelt mit dem doppelt so großen ökologischen Fußabdruck im Vergleich zu konventionellen Heizkesseln. Bei Nachtstromheizungen kommt der vielfach mangelnde Komfort durch die schlechte Regulierbarkeit hinzu.

Sinnvoll sind die Heizsysteme deshalb nur in ganz wenigen Fällen, da sind sich die meisten Experten einig: Etwa in Räumen, die im Winter nur an wenigen Tagen genutzt werden. Eine andere Heiztechnik lohnt sich hier nicht.

"Auch die Hoffnung, mit Stromheizungen Ökostromüberschüsse zu verwerten und damit der Technik eine Art Umweltsiegel zu verleihen, trügt", sagt Volker Kienzlen von der Landesenergieagentur KEA. "Überschüsse von erneuerbarem Strom gibt es derzeit nur an wenigen Tagen im Jahr. Das Stromplus tritt zudem nur im Norden Deutschlands auf; in Süddeutschland gibt es praktisch kein Überangebot an regenerativer Elektrizität."

Außerdem tritt der Überschuss nicht zeitgleich mit dem Heizbedarf auf: Geheizt wird in Stromheizungen daher letztlich mit Kohlestrom, das hat Ende 2013 auch eine Studie des Öko-Instituts festgestellt.

Wer bereits eine Stromheizung zuhause habe, der sollte eine energetische Sanierung in Erwägung ziehen. Qualifizierte Energieberater könnten hier wertvolle Entscheidungshilfe liefern. "Zwei Alternativen sind besonders attraktiv", erklärt Kienzlen. "Die erste Möglichkeit ist eine überdurchschnittlich effiziente Dämmung der Gebäudehülle, eine sogenannte Faktor-10-Sanierung. Nach der Sanierung benötigt man zur Beheizung ausschließlich eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Heizkörper und Leitungsrohre zu installieren ist dann gar nicht nötig."

Hausbesitzer könnten aber auch die zweite Variante wählen und auf eine normale Sanierung setzen. Eine effiziente Heizquelle in dem Szenario sei etwa Erdwärme, Erdgas oder Holzpellets. Zur Minimierung des Installationsaufwandes würden die Heizungsrohre beispielsweise an der Außenwand verlegt, darauf komme dann zumindest 16 Zentimeter Dämmung.

Verbraucherschützer warnen auch vor Infrarot-Flächenheizungen. Bis zu 30 Prozent an Heizenergie einsparen, das versprechen Anbieter von Infrarot-Flächenheizungen. Die Infrarot-Flächenheizung wird mit Strom betrieben. "Das ist in Deutschland nach wie vor die teuerste Energieform", erklärt Elisabeth Benecke, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Hessen.

Da die Infrarot-Heizung keinen Niedertarif nutzen kann, fallen im normalen Haushaltstarif gegenwärtig etwa 27 bis 30 Cent je Kilowattstunde an. Gas kostet im Schnitt rund sieben Cent pro Kilowattstunde, Heizöl umgerechnet etwa acht und Holzpellets nur sechs Cent. Pro Kilowattstunde ist die Infrarotheizung also zwei- bis dreimal so teuer wie eine Öl- oder Gasheizung. "Die Ersparnis aufgrund vergleichsweise niedriger Investitionskosten ist damit in kurzer Zeit wieder aufgezehrt", stellt Benecke fest. Vor allem in schlecht gedämmten Häusern mit hohem Heizbedarf treibe sie die Energiekosten oft in ungeahnte Höhen. Quellen: Zukunft Altbau/Verbraucherzentrale Hessen / pgl

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 2 von 2.

Dipl.Ing. Ulrich Seiz - 02.03.2014, 11:21

Leider wird die Elektroheizung pauschal in ein falsches Licht gerückt. Nachtspeicheröfen mit der Nutzung der überschüssigen Windenergie zu begründen ist nur aufgekommen, dass das Verbot dieser Heizungen aufgehoben wurde. Dieser Heizungen verbrauchen auch 3 mal soviel Strom, wie eine gute Infrarot-Heizung. Diese haben mit Sicherheit eine große Zukunft.
Es gibt zwar sehr viele Anbieter, die bei weitem nicht das halten, was sie versprechen, aber das gilt nicht für die hocheffizienten Modelle. Welche das sind, wird demnächst von der Uni KL getestet, damit man eine Basis für hohe Wirkungsgrade hat.

Klaus - 28.02.2014, 22:18

Da sollte Frau Benecke mal Ihre Hausaufgaben besser machen ...........
Natürlich braucht eine IR Heizung mehr Strom, aber den kann ich mit einem sinnvollen und wirtschaftlich arbeitenden System, bestehend aus PV und Speicheranlage zu mehr als 70 % in Eigenproduktion abdecken.
Abgesehen von den wesentlich niedrigeren Investitionskosten, den gegen Null laufenden Servicekosten und der erheblichen Senkung der laufenden Kosten, vergisst Sie auch ganz die gesundheitlichen Aspekte dieser Heizform zu erwähnen. Besonders Allergiker, aber auch alle anderen unempfindlichen Personen, erhalten ein wesentlich besseres Raumklima, keine ständig mit Bakterien und Staub umhergewirbelte Luft und erheblich weniger Energieverlust durch Zugluft und Lüften.
Das die derzeitigen Strompreise für den Endverbraucher so hoch sind liegt keineswegs an der Umlage, sondern an den gewährten Genehmigungen für energieintensive Produktionsbetriebe (ca. 5 Mia. Euro pro Jahr). Das ist es was der Endverbraucher bezahlt und nicht die EEG Umlage.
All diese Informationen sind zugänglich und frei verfügbar; leider sind sie aber so garnicht im Interesse der Heizungswirtschaft, die mit unsinnigen Behauptungen versucht, IR Systeme wegzuargumentieren, damit man weiterhin teuer, ungesunde und ineffiziente Heizungsanlagen verkaufen und installieren kann. Ganz zu schweigen vom Einsparungseffekt bei nichtregenerativen Energiequellen und deren Folgeschäden aus der Produktion.

 

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