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Bauherren können ersten Eindruck von der Rentabilität bekommen

Energieagentur gibt Rechentipps zum BHKW-Einsatz

30.04.2010, 05:50

Mini-Blockheizkraftwerk Ecopower von Vaillant
Mini-Kraftwerke liefern Wärme und Strom. Bild: Vaillant

Die Förderung für Mini-KWK-Anlagen hat dazu geführt, dass zahlreiche Anbieter ihre Produktpaletten ausgeweitet haben. Schlagzeilen gemacht hat vor allem das gemeinsame Projekt von Lichtblick und VW, bei dem Anlagen ferngesteuert gekoppelt werden und so Lücken im Strombedarf decken sollen. Hersteller wie Vaillant oder Baxi arbeiten an neuen Produkten auf Basis von Brennstoffzellen, Gasanbieter wie die Berliner Gasag sind in die Vermarktung eingestiegen.

Viele Hausbesitzer im Zwei- und Mehrfamilienbereich können aber nicht abschätzen, ob und ab welchem Heizbedarf es sich lohnt, über solche Anlagen nachzudenken. Die Energieagentur Nordrhein-Westfalen gibt konkrete Hinweise zur Rentabilitätsberechnung.

"Besonders für Energieverbraucher, die viel Strom und Wärme verbrauchen, sind BHKW-Anlagen ineteressant", so Matthias Kabus in den Tipps der Agentur zum Einsatz der stromerzeugenden Heizungen. Erster Hinweis: Das Kleinkraftwerk hat einen schlechteren thermischen Wirkungsgrad als gute Brennwertheizkessel. Das bedeutet, dass mit mehr Brennstoff weniger Wärme erzeugt wird. Dafür erhält man aber Strom, den man einspeisen oder selbst verbrauchen kann.

Bei der Frage nach der Wirtschaftlichekit ist aber entscheidend, wie lange das Mini-Kraftwerk läuft und Strom liefert. "Bei Mini-BHKW liegt dieser Wert erfahrungsgemäß zwischen 5.000 und 6.000 Betriebsstunden", so die Studie der Energieagentur. Entscheidend für die Rentabilität ist die Überlegung, dass die Finanzierung über den selbst erzeugten Strom erfolgt. Die Einsparungen, die sich dadurch ergeben finanzieren die Mehrkosten.

In der Heizperiode können zwischen 1.700 und 2.700 Betriebsstunden zusammenkommen, so die Energieagentur. Der limitierende Faktor bei der Rentabilität ist der Warmwasserverbrauch in den Sommermonaten. Ist der zu gering, wird zu wenig Strom erzeugt, und die Rentabilität geht in den Keller. Über den täglichen Trinkwarmwasserbedarf lasse sich die Wärmegrundlast und die damit im Sommer möglichen Betriebsstunden bestimmen. Wer wissen will, ob sich der Einsatz eines BHKW lohnt, der muss diesen Bedarf möglichst genau ermitteln, entweder über die monatliche Gasrechnung oder bei anderen Heizsystemen über eine Schätzung.

Auf der Einnahmeseite stehen Energiesteuer, eingesparte Kosten der Wärmeerzeugung und für Strom. Auf der Kostenseite schlagen Kapitalkosten, Brennstoffe und Wartung sowie Instandhaltung zu Buche. Ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Umwelt liegt derzeit auf Eis und wird aufgrund der Haushaltslage wohl auch so schnell nicht wieder aufgelegt

Bauherren, die Berechnungen anstellen wollen, können dies über einen Online-Rechner der Energieagentur tun. Sie müssen dazu die wichtigsten Grunddaten wie den bisherigen Verbrauch oder Stromkosten wissen. Sie können dann abschätzen, ob und in welchen Zeiträumen sich die Investition rechnet. Ob sie aus Sicht der Energieeffizienz vernünftig ist ergibt sich damit allerdings noch nicht. Dazu ist ein Vergleich unterschiedlicher Heizsysteme notwendig. pgl

 

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