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Nachtspeicheröfen dienen als Strompuffer

Elektroheizung macht nur selten Sinn

17.12.2013, 06:15

Normalerweise werden Wohnungen und Häuser mit Gas, Öl oder auch mit Holz-Pellets beheizt. Elektroheizungen verwenden hingegen Strom zur Wärmeerzeugung. Wann macht eine Elektroheizung Sinn und wann sollte man sich von dieser Technik verabschieden?

Generell sind zwei Arten der Elektroheizungen zu unterscheiden, elektrische Direktheizung und die Speicherheizungen. Beide wurden früher relativ häufig verbaut. Alte Nachtspeicherheizungen nutzen nachts den Strom aus dem Netz um ihren Speicherkern mit Wärme zu versorgen, tagsüber geben sie dann diese Wärme wieder an den Raum ab.

Elektroheizungen als Direktheizung erwärmen die Räume über Konvektion oder Wärmestrahlung. Zu den wärmestrahlenden Elektroheizungen gehören beispielsweise die Infrarotheizungen. Es gibt die verschiedensten Formen von Elektroheizungen. Spiegel- und Wandheizungen, Fußbodenheizungen und viele mehr. Gemein haben diese Arten der Heizung, dass sie Wärme aus Strom erzeugen.

Vorteile von Elektroheizungen: Sie sind wartungsfrei und schnell installiert. Die Wärme lässt sich schneller regeln als durch wassergeführte Heizkreise. Es gibt geringe Anschaffungskosten, da Heizkessel und Wärmeverteilnetz nicht benötigt werden.

Strom ist aber im Vergleich zu Heizöl, Erdgas oder Holz-Pellets sehr teuer. Stromproduktion ist im deutschen Strommix sehr umweltschädlich. Der CO2-Ausstoß beträgt für Strom 600 Gramm pro erzeugter kWh. Heizöl hingegen emittiert "nur" 300 Gramm und Erdgas etwa 240 Gramm/kWh.

Es gibt dennoch Anwendungsbereiche in denen die Nutzung einer Elektroheizung eine durchaus praktische Alternative bieten kann. Werden Räume in sehr kleinen Gebäuden nicht regelmäßig und meist nur relativ kurzzeitig genutzt, so machen Elektroheizungen durchaus Sinn. Kleine Urlaubshäuschen oder Schrebergärten- und Gerätehütten werden zum Beispiel meist nur über kurze Zeit genutzt. Das Installieren einer komplexen Heizungsanlage mit Öl oder Gas als Verbrennungsressource wäre hier wenig sinnvoll. Dies wäre ein Ort an dem Elektroheizungen sinnvoll untergebracht werden können.

PV-Strom kann direkt zum Heizen verwendet werden. Allerdings brauchen Elektroheizungen mit einer Leistung von mehreren Kilowatt (kW) deutlich mehr Strom, als eine PV-Anlage erzeugen kann. Kleinere Heizungen oder Systeme mit einer geringeren Temperatur sind hier geeigneter. Elektroheizungen in Form einer Wand- oder Fußbodenheizung bieten sich hier an. Diese sind relativ einfach zu installieren und sehr wartungsarm.

Wärmepumpen, wie beispielsweise die Luft-Wasser-Wärmepumpe werden an das klassische wassergeführte Heizsystem angeschlossen. Allerdings werden auch sie mit Strom aus dem Netz betrieben. Ein Anschluss der Fotovoltaikanlage lässt sie diese spezielle Form der Elektroheizung günstiger betreiben, da der Bezug von teurem Netz-Strom verringert wird. Die Heizungshersteller Schüco und Viessmann haben bereits derartige Systeme im Angebot.

Generell sind die Installationen von Elektroheizungen zu vermeiden. Heizen mit Strom ist ineffizient, teuer und umweltschädlich. Gas und Öl als Verbrennungsressource sind wesentlich günstiger. Eine Kilowattstunde (kWh) erzeugt durch Strom kostet den Verbraucher etwa 25 bis 28 Cent. Eine Kilowattstunde aus Heizöl kostet jedoch nur 8,5 Cent, aus Erdgas etwa 6,5 Cent und aus Holz-Pellets sogar nur 5,5 Cent (Stand: Durchschnitt 2013). Man sieht also gleich, das Heizen mit Elektroheizungen und Infrarotheizungen ist wesentlich teurer und macht für komplette Familienhäuser nur wenig Sinn.

Falls sich doch für eine Elektro- oder Infrarotheizung entschieden wird, so können Fotovoltaikanlagen durchaus hilfreich darin sein, die Stromkosten zu verringern. Zudem hat man so auch einen gewissen Anteil an Erneuerbaren Energiequellen in seiner Wärmeerzeugung. Letztlich ist jedoch zu erkennen, dass, abgesehen von einigen Ausnahmen, ein Heizsystem ohne Elektro- und Infrarotheizungen am geeignetsten ist, ein Ein- oder Mehrfamilienhaus zu beheizen. Wärmepumpen, Pelletheizungen oder eine moderne Gas-Brennwertheizung mit solarthermischer Warmwasserunterstützung bieten derzeit wohl die sinnvollsten Möglichkeiten ein Gebäude zu beheizen. Stephan Günther

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