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Projekt Callux legt Ergebnisse vor

Brennstoffzellen-KWK sind zuverlässig aber teuer

01.12.2015, 08:30

Doris Wittneben auf der Callux-Abschlusskonferenz
Doris Wittneben, MVV: "Preise sind deutlich gesunken." © A. Morhart

Dafür, dass in Deutschland "2016 die breite Markteinführung mit Geräten verschiedener Hersteller erfolgen" soll, ist die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung mit Brennstoffzellen in der Öffentlichkeit noch ziemlich wenig bekannt. Und das, obwohl in das Projekt "Callux" 36 Millionen Euro Steuergeld geflossen und namhafte Unternehmen wie Vaillant, EnBW und EON mit weiteren 39 Millionen beteiligt sind. In Berlin wurden einige Ursachen für diesen unfreiwilligen Status der Technologie als Geheimtipp klar, doch blieben Fragen zu den Geräten selbst und zu ihrer angekündigten Einführung offen.

Norbert Barthle vom Bundesverkehrsministerium, das die 36 Millionen Euro für Callux ausgegeben hat, sprach von einem "wunderbaren Projekt" und will in den kommenden drei Jahren weitere 161 Millionen Euro für Brennstoffzellentechnik-Fördermaßnahmen insgesamt ausgeben. Wie diese Maßnahmen aussehen werden und wieviel davon auf kleine stationäre Mikro-KWK-Anlagen à la Callux entfallen soll, sagte Barthle nicht. Für die bevorstehende Phase der Markteinführung sei eher das Wirtschaftsministerium zuständig.

"Kosten liegen im Schnitt bei 25.000 Euro"

Was die Anschaffungskosten einer Anlage fürs Ein- oder Zweifamilienhaus angeht, sprach Barthle wie auch später Doris Wittneben vom projektbeteiligten Energieversorger MVV hauptsächlich über die relative Entwicklung: "Die Geräte wurden durch die Arbeit im Projekt um 70 Prozent günstiger." Damit verwechselte Barthle offensichtlich Wunsch und Wirklichkeit. 70 Prozent seit 2008 waren ursprünglich angestrebt. Tatsächlich betrug die Kostensenkung nach der Aussage von Wittneben und auch nach den veröffentlichten Unterlagen nur 60 Prozent. Absolute Kosten nannte Doris Wittneben nicht. Deshalb muss man sich hier auf die Angabe von Norbert Barthle verlassen: "Die heutigen Kosten liegen im Schnitt bei 25.000 Euro."

Ein solcher Mittelwert über neun unterschiedliche Geräte mit einer elektrischen Leistung zwischen 300 und 2.500 Watt, die in Deutschland bald auf den Markt kommen sollen, sagt nicht viel aus. Doch konkrete Details über Kosten oder Preise wollte auch Alexander Dauensteiner von Vaillant nicht verraten. Dauensteiner hat vor 13 Jahren angefangen, das Callux-Projekt vorzubereiten und ist jetzt sein Sprecher.

Hersteller halten sich bei Angaben zu Marktpreisen zurück

Eine Angabe, welchen Marktpreis sich Vaillant für seine 800-Watt-Anlage vorgenommen hat, war ihm auch auf Nachfrage nicht zu entlocken ("wir werden hier nicht unter Wettbewerbern Preise austauschen können"). Er sagte aber, eine Anlage in der Art von Callux sei wettbewerbsfähig gegenüber einer Wärmepumpe und auch gegenüber einer Brennwert-Gasheizung, "wenn man das richtig rechnet über 15 Jahre (...)". Und "wenn sie einmal eine Schwelle erreicht hat, wie wir sie heute bei Wärmepumpen haben".

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Rudolf Rapp - 07.12.2015, 19:18

Den Mitteleinsatz der Privatwirtschaft würde ich mal mit spitzem Bleistift nachrechnen.
Wenn die dies bei diesem vorgeblichen Mitteleinsatz nicht besser/preisgünstiger hinkrigen, dann sollen sie es bleiben lassen und die Steuermillionen zurückzahlen.
Das BVM ist unter dem derzeitigen Minister wuhl für jeden Schmarren gut. Nur nicht für eine vernünftige/ökologische Verkehrspolizik.

 

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