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Innovationspreise auf der Handwerksmesse verliehen

Brennstoffzellen-BHKW und Zeolith-Wärmepumpe punkten

16.03.2010, 06:34

Rainer Brüderle
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle beim Messerundgang. Bild: HwK Koblenz

Eine Reihe technischer Verbesserungen und Produkte vor allem aus dem Heizungsumfeld wurde auf der Handwerksmesse in München mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

Für ihr Brennstoffzellen-Mini-BHKW hat die Inhouse Engineering aus Berlin einen Preis erhalten. Das Gerät erzeugt Strom und Wärme, es ist kompakt und modular aufgebaut. "Wir arbeiten mit ähnlicher Technik wie die meisten Geräte im Callux-Projekt, also auf Basis von PEM-Technik, adressieren aber eine höhere Leistungsklasse. Das sind 6- bis 8-Familienhäuser, kleinere Hotels oder kleinere Gewerbebetriebe", berichtet Geschäftsführer Hildebrandt.

Die Brennstoffzellen-Heizgeräte, die beim Forschungsprojekt Callux erprobt werden, haben eine Leistung, die für den Betrieb in Ein- und Zweifamilienhäusern optimiert ist. Mit an Bord sind bei Callux die großen Energieversorger. Reicht die Wärmeleistung der Brennstoffzelle nicht, springt eine Erdgas-Therme an. Die elektrische Leistung des Geräts reicht aus, um den Grundbedarf eines Einfamilienhaushalts an Strom zu decken. Mehr als 50 Geräte sind im Feldtest, 800 sollen es bis Ende 2010 sein.

"Unser Produkt ist noch nicht serienreif, wir gehen ab 2010 mit 12 Geräten in den Feldtest. Die ersten Anlagen gehen demnächst an Partner zum Test." Auch andere Hersteller wie Vaillant, Hoval, Viessmann oder Buderus arbeiten an ähnlichen Geräten. Die Berliner Inhouse Engineering ist ein Handwerksbetrieb und will in diesem Segment den Großen Paroli bieten. "Unser Hauptaugenmerk liegt auf eigener Entwicklung und Produktion, dafür suchen wir primär Partner", erklärt Hildebrandt.

"Wir gehen davon aus, dass wir in drei Jahren ein endkundentaugliches Produkt zu einem Preis erreichen können, der marktfähig ist. Dieser liegt nach unseren Erfahrungen bei rund 25.000 Euro. Für eine Übergangszeit kann eine Förderung notwendig sein", meint Hildebrandt weiter. Diese Förderung für Mini-KWK-Systeme steht aber derzeit auf der Kippe.

Auf der Handwerksmesse konnten sich weitere Produkte zur Heizungsoptimierung Innovationspreise sichern. Prämiert wurde der HDG Heizbox Schubboden. Die Lösung des Herstellers besteht aus zwei Containern. Eine fungiert als Heizraum, in dem neben der Anlage selbst alle Systemkomponenten wie Pufferspeicher, Rücklaufanhebung, Regelung und Ausdehnungsgefäß untergebracht sind. Der andere Container dient als Brennstofflager und kann mit einem Anhänger befüllt werden. Dazu wird das gesamte Dach der Heizbox aufgeschoben. Der Schubboden wird dadurch befahrbar. Die Hackschnitzel können direkt auf das Austragungssystem gekippt werden. Das fördert die Hackschnitzel über die komplette Grundfläche des Lagerraumes hinweg bis zum Heizkessel.

Vaillant hat einen Preis für seine Zeolith-Gas-Wärmepumpe Zeotherm erhalten. Sie ermöglicht nach Angaben des Herstellers bis zu 34 Prozent geringeren CO2-Ausstoß gegenüber Standard-Heizungsanlagen. Die Wärmepumpe steigert durch den Einsatz des Minerals Zeolith die Effizienz von Gas-Brennwerttechnik. Seit November 2009 arbeiten bereits 100 Geräte im Praxis-Feldtest. "Auch unter den besonderen Bedingungen dieses langen und harten Winters haben sich alle installierten Zeolith-Gas-Wärmepumpen in jeder Hinsicht bewährt", zieht Andreas Christmann, Leiter Produktvermarktung Vaillant Deutschland ein Resümee. Nun sind die Geräte seit wenigen Wochen im Verkauf. Sie sind besonders für die Anforderungen in Einfamilienhäusern geeignet. In der ersten Modellreihe werden Heizleistungen von rund 10 Kilowatt in modulierender Betriebsweise erreicht. "Die breite Markteinführung der nächsten Generation von Gasabsorptions- und Zeolith-Wärmepumpen ist Ende 2010 zu erwarten", sagt die Initiative Gaswärmepumpe.

Doch nicht nur Produkte aus dem Heizungsbau wurden prämiert. Glamento hat den Innovationspreis für seinen fugenlosen Bodenbelag aus Recycling-Glas erhalten. Die Oberfläche ist staubfrei und nach Angaben des Herstellers resistent gegen nahezu alle üblichen Flüssigkeiten und Chemikalien.

Lutz Bau aus Poing hat ein System entwickelt, das in der Asbestsanierung verwendet werden kann. Um die gesundheitsschädlichen Hausverkleidungen aus Asbestplatten möglichst gefahrlos abzubauen, werden diese mittels Saugnäpfen fixiert, ruckartig von ihrer Verankerung gelöst und ohne Zertrümmerung in die Transportbehälter gelegt. Die Saugnäpfe befinden sich unter einer Plexiglashaube mit permanenter Absaugung, so dass keine Asbestfasern freigesetzt werden können.

Einen Innovationspreis haben Wolfgang Steinke und Bodo Schulze für ihr System Ziegelfix erhalten, das die Installation von Fotovoltaikanlagen vereinfacht. Diese erfordert auf Dächern entsprechende Ständer, für die in die Dachziegel passende Ausschnitte eingefräst werden müssen. Die in München gezeigte Fräse erlaubt eine exakte Herstellung dieser Ausschnitte bei einfacher und schneller Bedienung unter gleichzeitiger Reduzierung der Lärm- und Staubentwicklung. pgl

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