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Studie: Gesetze schränken Einsatz von Biogas und Bioöl zu sehr ein

Branche kritisiert Hemmnisse für Biobrennstoffe

05.06.2009, 10:00

Adrian Willig, Andreas Lücke und Professor Manfred Kleemann
Experten fordern eine bessere Förderung von Bioheizöl. © Strehlitz

Die gesetzlichen Bedingungen machen eine Erschließung des Potenzials von Biobrennstoffen unmöglich, kritisieren Branchenvertreter auf einer Veranstaltung des Bundesverband Deutschland Haus-, Energie und Umwelttechnik (BDH). "Es ist eine Selbstverständlichkeit, Biogas und Bioöl zu den erneuerbaren Energien zu zählen", erklärt Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH (Bildmitte). Trotzdem verhinderten sowohl das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) als auch die Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV) den verstärkten Einsatz dieser Energieträger.

Unterstützt wird er von Professor Manfred Kleemann vom Beratungsbüro für Energieeffizienz und Umweltschutz (rechts im Bild). Der Energieexperte kritisiert in einer Studie im Auftrag des BDH die mangelnde Technologieoffenheit des EEWärmeG. In dem Gesetz sei der Begriff der effizientesten Verbrennungstechnologie zu eng gefasst, weil er andere wichtige Anlagensysteme ausschließe. Vorgeschrieben sind für Biogas die KWK-Technik sowie für Bioöl der Einsatz von Brennwertkesseln. Zudem sind laut Kleemann die geforderten Biobrennstoffanteile mit 30 Prozent bei Biogas und 50 Prozent bei Bioöl viel zu hoch. Unter anderem fehle es an Geräten, die Öl mit einem solch hohen Bioanteil verbrennen können.

Weiterer Kritikpunkt: Im EEWärmeG werde der Gebäudesektor im Vergleich zum Verkehrsbereich deutlich benachteiligt, weil die Anforderungen in letzterem niedriger sind. So ist laut Kleemann im Verkehrsbereich die Nutzung von Biokraftstoffen nicht an den Einsatz einer bestimmten Technologie gebunden. "Jeder kann damit fahren – egal ob sein Auto ein Kleinwagen oder eine Luxuskarrosse ist, egal ob es neu ist oder ein alter Spritschlucker und egal ob die gemachten Fahrten sinnvoll und notwendig sind oder nicht", heißt es in der Studie.

Als Schwachpunkt der EnEV sieht Kleemann, dass Biogas und Bioöl nur als erneuerbare Energien anerkannt werden, wenn ein räumlicher Zusammenhang zwischen Erzeugung und Verbrauch gegeben ist. Konkret heißt das: Nur wer Biogas oder Bioöl selbst produziert, darf dieses auch einsetzen.

"Flüssige und gasförmige Biobrennstoffe werden derzeit stark benachteiligt", resümiert Adrian Willig, stellvertretender Geschäftsführer des Instituts für wirtschaftliche Ölheizung (IWO) (links im Bild). "Die Politik möchte Biogas und Bioöl nicht im Wärmemarkt haben", so Willig weiter. Die Klimaschutzziele seien aber nur unter Einbeziehung dieser Energieträger zu erreichen. Willig fordert daher wie auch Lücke und Kleemann die Beseitigung der rechtlichen Barrieren. mst

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