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Bessere Beratung und Kontrolle sind notwendig

Bezahlbarkeit von Sanierung ist Top-Thema

14.10.2010, 07:25

Thomas Dittert
Der Architekt Thomas Dittert referiert zu Herausforderungen bei der Sanierung. Bild: Grund-Ludwig

Mit der Frage wie viel Sanierung für Mieter und Eigentümer bezahlbar ist beschäftigten sich Fachforen am zweiten Tag des Dena Energieeffizienzkongresses. Dabei sind die Fronten nach wie vor verhärtet: Forscher rechnen anhand von Praxisbeispielen vor, wann sich Sanierung auch für die Eigentümer lohnt. Die Vertreter der Wohnungswirtschaft vor allem in den ostdeutschen Ländern wenden ein, dass die dazu notwendigen Mieterlöse mit den Beständen und aufgrund der ökonomischen Lage der Mieter nicht zu realisieren sei.

Auf die Notwendigkeit der Förderung energetischer Sanierung verwies Andreas Enseling vom Institut Wohnen und Umwelt in seinem Vortrag. Sein Institut hat in einer jetzt fertiggestellten Studie die Rentabilität der Sanierung bei Einhaltung unterschiedlicher Standards untersucht. Dabei unterscheiden die Forscher zwischen "Ohnehin-Kosten" und den Mehrkosten für die energetische Sanierung. "Nur diese Mehrkosten dürfen auf die Mieter umgelegt werden", betont Enseling. Besonders bei Fenstern werde dies häufig nicht beachtet, "da sind die Mehrkosten für eine hochwertige Sanierung mittlerweile nur noch gering und liegen  bei zirka 10 Prozent", sagte Enseling. Umgelegt würden aber häufig zwischen 30 und 40 Prozent.

Bei ihrem Kostenvergleich kamen die Darmstädter Forscher zu dem Ergebnis, dass sich bis zum KfW-Effizienzhaus 55 die Sanierung in 20 Jahren auch ohne Förderung warmmietenneutral rechne. Nur eine KfW-55-Sanierung sei ohne Förderung nicht warmmietenneutral zu realisieren. Es müsse aber nicht nur Förderung, sondern auch eine bessere Ausnutzung bestehender Kontrollinstrumente geben, fordert Patrick Hansen vom Forschungszentrum Jülich. Das gelte für die Einhaltung der Energieeinsparverordnungen nach einer Sanierung, aber auch im Neubau.

Auch mehr Druck auf die Hausbesitzer müsse zumindest in Betracht gezogen werde, sagte er. Seine Idee: Es könne ja anstatt der abgelehnten Sanierungspflicht im Bestand zu einer Verpflichtung zur Sanierung bei der Übertragung einer Immobilie, etwa bei der Vererbung kommen. Eine weitere Forderung Hansens erhielt spontanen Beifall des Publikums: Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz sollten zusammengelegt werden.

In eine ähnliche Richtung hatte am Vortag bereits Andreas Stücke vom Hausbesitzerverband Haus und Grund argumentiert: Die Öffnungsklausel für das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz könne zu einem Bundes- und 16 Einzelgesetzen führen, warnte er. Einzelne Länder wie Baden-Württemberg haben bereits heute ein Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz.

Mit der Rentabilität Erneuerbarer Wärmeerzeugung beschäftigte sich Dirk Mangold vom Steinbeis-Institut für solare und thermische Energiesysteme. Bei den Heizungen mit Erneuerbaren gebe es keine "Hürde der Wirtschaftlichkeit, sondern eine Hürde der Komplexität", betonte er. Unterschiedliche Kombinationen könnten wirtschaftlich optimal sein, da lasse sich keine generelle Feststellung treffen. Allerdings verwies er auf die Vor-Ort-Verfügbarkeit von solarer und Erdwärme im Gegensatz zur Biomasse. Biomasse würde künftig in die Sicherstellung der Mobilität gesteckt, hier könne es möglich zu einer Konkurrenz zwischen Mobilität und Heizung kommen.

Ein Hebel, der auch zur Finanzierung von Sanierungsprojekten beitragen könnte wäre ein energetischer Mietspiegel. In einem solchen Mietspiegel wird nicht nur die reine Miethöhe abgebildet, es gibt darin einen Bonus für energieeffiziente Gebäude.

Ein entscheidender Hebel ist aber die Qualitätssicherung. "Wir haben immer nur eine einzige Chance bei der Sanierung. Wenn man ein Bauteil anfasst, dann richtig", beonte Burkard Schulze-Darup. Insbesondere in der Sanierung sei dazu auch eine Einzelbetrachtung notwendig, das werde auch von den Bauherren nicht immer gesehen und honoriert, monierte der Architekt Thomas Dittert.

An einem Sanierungsprojekt in Hamburg verwies er auf Handicaps wie fehlende Bauteildokumentation oder fehlende Verbrauchsdaten.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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