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Gas, Öl und Fernwärme dominieren den Wärmemarkt

Berlins Mehrfamilienhäuser haben die ältesten Heizungen

12.01.2016, 12:41

Mehrfamilienhaus in Berlin-Reinickendorf mit Solarthermie-Kollektoren
Berliner kombinieren Heizungen häufig mit Solarthermie. © BSW Solar

Spannende Ergebnisse zeigt eine auf Bundesländer heruntergebrochene Erhebung zu Sanierungsmaßnahmen im deutschen Gebäudebestand, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Ende 2015 vorgelegt hat. Über 5000 repräsentativ ausgewählte Haushalte wurden Anfang 2014 schriftlich auf Basis eines GfK-Panels nach Sanierungsmaßnahmen seit dem Einzug und genutzten Heizsystemen gefragt.

Bei den Energieträgern dominiert bei der Zahl der versorgten Wohnungen Erdgas mit 47,8 Prozent deutlich vor Erdöl mit 26,8 Prozent und Fernwärme mit einem Anteil von 13,5 Prozent. Heizen mit Strom wird in 4,1 Prozent der Haushalte eingesetzt, Holz und Pellets in 3 Prozent. Kohle spielt mit 0,9 Prozent als direkt genutzter Energieträger keine große Rolle, hat jedoch ebenso wie Gas, Pellets oder Hckschnitzel Relevanz im Segment der Fernwärme bei der KWK-Nutzung. Solarthermie verschwindet im Anteil der Sonstigen, die insgesamt einen Anteil von 2 Prozent haben.

Ölheizungen sind im Süden stark vertreten

Spitzenreiter bei der Nutzung von Gas sind Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Die wichtigsten Standorte von Ölzentralheizungen sind Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. In diesen Flächenländern ist Gas nicht überall verfügbar. Hochburgen für Fernwärme sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Dort liegt die Quote der Wohnungen, die mit Fernwärme versorgt werden, mit bis zu über 15 Prozent bis zu dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Interessant auch: In Baden-Württemberg liegt der Anteil der Wohnungen, die auch mit Solarthermie beheizt werden, über 11 Prozent und damit mehr als 4 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt. Das landeseigene E-Wärmegesetz könnte eine Rolle spielen, Solarthermie war dort bis zur letzten Novelle Ankertechnologie. Nur Berlin ist mit einem Anteil von 17 Prozent bei Solarthermie noch besser als der Südweststaat.

Spannend sind auch die Unterschiede beim Alter der Heizungsanlagen, die sich bei der Befragung gezeigt haben. Die ältesten Heizungsanlagen in Wohngebäuden hat danach Hamburg (22 Jahre), gefolgt von Berlin und Baden-Württemberg. Nur 15 Jahre haben die Heizungsanlagen im Saarland auf dem Buckel, dicht gefolgt von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Heizungen in Mehrfamilienhäusern sind älter

Anlagen in Mehrfamilienhäusern haben deutlich mehr Jahre auf dem Buckel als die in Ein- und Zweifamilienhäusern. 15,9 Jahre beträgt das Durchschnittsalter einer Heizung im Ein- und Zweifamilienhaus, 20,1 im Mehrfamilienhaus. In Baden-Württemberg stehen die bundesweit ältesten Heizungen im Ein- und Zweifamilienbereich, in Berlin ist das Durchschnittsalter im Bereich der Mehrfamilienhäuser mit knapp 26 Jahren im Durchschnitt am höchsten.

Untersucht hat die Studie auch, welche Energiesparmaßnahmen in Wohngebäuden durchgeführt wurden seit die Befragten in der jetzigen Wohnung sind. Danach haben im Bundesdurchschnitt die Erneuerung der Fenster und die Erneuerung der Heizungsanlage mit jeweils gut 40 Prozent die Nase vorn, gefolgt von 30 Prozent, die Wände oder Dach gedämmt haben. Mehrfachnennungen waren möglich. Kaum durchgeführt wurden demnach geringinvestive Maßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage mit nur 5 Prozent oder eine Dämmung der Heizungsrohre mit 17 Prozent.

Sachsen bei Fenstern und Heizungsrohren vorn

Bei der Erneuerung der Fenster und der Erneuerung der Heizungsrohre lag in der Umfrage Sachsen auf dem Spitzenplatz. In knapp der Hälfte der Wohnungen wurden Fenster, in mehr als einem Viertel die Heizkörper oder Rohre erneuert. Beim Ersatz der Heizungsanlagen nimmt Nordrhein-Westfalen mit 42 Prozent den Spitzenplatz ein.

Dämm-Fans gibt es vor allem in Thüringen, dort wurde in 39 Prozent der Wohnungen entweder Dach und/oder Wände gedämmt. Knapp ein Viertel hat im Saarland die Heizungsrohre gedämmt. Dass das für einen Spitzenplatz reicht ist erstaunlich. Es muss aber nicht bedeuten, dass in den anderen Wohnungen die Heizungsrohre nicht gedämmt sind. Möglich ist durchaus auch, dass die Maßnahmen erfolgt sind, bevor die jetzigen Bewohner eingezogen sind. Eine Optimierung der Heizung hat im Saarland bei 8,8 Prozent der Befragten stattgefunden. Bremen hat mit 22,6 Prozent die höchste Austauschrate bei Thermostaten, Hessen einen Fokus auf die Optimierung der Heizung. von Pia Grund-Ludwig

 

 

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