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Fördervoraussetzungen werden gelockert

Baden-Württemberg will mehr Bioenergiedörfer

09.12.2009, 08:59

Biogas-Versuchsanlage
Biogasanlagen liefern einen Großteil der Energie. © Fraunhofer

Um Kommunen zu ermutigen, den Weg zum Bioenergiedorf zu beschreiten, hat das Land Baden-Württemberg die Vorschriften zur Förderung von Bioenergiedörfern gelockert. Bislang war ein "besonders innovatives Konzept" Voraussetzung. Davon ist das Land nun abgerückt. Der neue Ansatz ist deutlich offener. So ist nun auch die Kombination mit anderen erneuerbaren Energien möglich.

Bioenergiedörfer sind Kommunen, Stadt- oder Ortsteile, die ihren Bedarf an Wärme und Strom möglichst komplett selbst decken. Laut der Informationsplattform zu Bioenergiedörfern des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. betrieben wird, gibt es derzeit in Deutschland 24 Bioenergiedörfer, acht davon in Baden-Württemberg.

"Derzeit laufen hierzulande zwei Projekte im Regelbetrieb, weitere elf sind im Aufbau oder in der Planung", nennt der Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) Volker Kienzlen aktuelle Zahlen. Konzentrierte sich die Förderung durch das Land bisher auf die Deckung des Energiebedarfs durch Biomasse, darf diese nun auch mit anderen erneuerbaren Energien kombiniert werden.

Favorisiert werden jedoch nach wie vor Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, die mit Biogas oder Holzhackschnitzeln betrieben werden. "Das typische Bioenergiedorf deckt die Grundlast über eine Biogasanlage ab, die Mittellast mit einem Holzhackschnitzel-Kessel und die Spitzenlast mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas", berichtet Kienzlen. Möglich sei aber auch, Teile des Energiebedarfs beispielsweise über Solarthermie zu decken.

Erfolgte die Förderung von Bioenergiedörfern bislang über den Bioenergie-Wettbewerb, an dem Bioenergievorhaben aller Art teilnehmen können, hat das Land nun innerhalb dieses Programms einen speziellen Wettbewerb nur für Bioenergiedörfer gestartet. "Die Forderung nach einem hochinnovativen Konzept hätte sich spätestens beim zweiten oder dritten Bioenergiedorf nicht mehr aufrecht halten lassen. Daher hat man sie gekippt", berichtet KEA-Chef Kienzlen. 

Künftig werden Bioenergiedörfer daher grundsätzlich gefördert. Das Land zahlt 20 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 100.000 Euro, als Zuschuss. Die Fördervergabe findet im Rahmen eines Wettbewerbes statt. Antragsfrist für die nächste Runde ist der 29. Januar 2010. Die KEA bietet Kommunen und beteiligten Firmen fachliche Unterstützung.

"Gute Chancen haben Kommunen, wenn sie im Antrag deutlich machen, dass ihr Projekt fossile Energieträger ersetzt und vorbildlich ist", erklärt Volker Kienzlen. Bedingung seien auch eine gute Planung sowie Kosten-, Energie- und Ressourceneffizienz. Die KEA bietet Beratungsleistungen während der Vorplanungsphase in Form von Konzepten, Machbarkeitsstudien, Prüfungen bereits ausgearbeiteter Konzepte und fachliche Stellungnahmen an.

Ziel der Baden-Württembergischen Initiative ist es, die Zahl der Bioenergiedörfer im Land rasch deutlich zu erhöhen. Allerdings sollten Kommunen, die mit dem Gedanken spielen, nichts überstürzen. Mindestens ein Jahr Entwicklungsarbeit sei nötig, berichtet Kienzlen und betont: "Wichtig ist es, die Bürger davon zu überzeugen, denn ein solches Projekt lebt von einem hohen Anschlussgrad." sth

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