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Verbände machen gegen Verbrennungsverbote mobil

Austauschpflicht für Holzöfen funktioniert nicht

24.03.2015, 06:50

Holzfeuer
Bei der Verbrennung von Holz entsteht Feinstaub, der bei alten Feuerstätten zum Großteil emittiert wird. © Fotolia/Tchara

Laut Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) hätten Ende 2014 alle Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe mit Datum auf dem Typschild vor 1975 stillgelegt werden müssen. Kaminöfen und Kachelofeneinsätze sowie Heizkamine, deren Typenprüfung zwischen 1975 und 1985 datiert, dürfen längstens bis Ende 2017 betrieben werden. Soweit die Theorie. In der Praxis funktioniert die Austauschpflicht nicht. Das berichten Andreas Müller, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, und Frank Kienle, Geschäftsführer des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik HKI.

Lediglich rund 100.000 Geräte seien im jetzt zuende gehenden Winter ausgetauscht worden, so Kienle. Angesichts von 12,7 Millionen vorhandenen Feuerstätten, in denen meist Holz verbrannt wird, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Zwar erwartet der HKI in den nächsten Jahren einen verstärkten Geräteaustausch, dennoch schlägt die Branche Alarm. Der Grund: Angesichts der steigenden Feinstaubbelastung durch Holzfeuerungen greifen die Gemeinden vielerorts zu drastischen Mitteln wie Anschluss- und Benutzungszwängen für Nah- und Fernwärmenetze oder gar Verbrennungsverbote. "Diese Überregulierungen schränken funktionierende Marktmechanismen ein und behindern den freien und innovativen Wärmemarkt", kritisiert Müller.

Tatsächlich sind die Feinstaubemissionen, die beim Verbrennungsprozess entstehen, mit der Zunahme der privaten Holzfeuerungen in den vergangenen Jahren gestiegen. "Die Holzfeuerung feiert mit der Energiewende eine regelrechte Renaissance", so Müller. Zu Recht, findet er, denn ohne den Beitrag der Holzfeuerung könne die Energiewende nicht erfolgreich umgesetzt werden. Sie habe den höchsten Anteil an den Erneuerbaren Energien in Deutschland, die 2013 etwa 12 Prozent des Endenergieverbrauchs ausmachten. "Ohne die Holzfeuerungen würde der Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch in den einstelligen Prozentbereich fallen", betont Müller.

Der meiste Feinstaub kommt aus alten Öfen

80 Prozent des Feinstaubes aus Holzfeuerungen werden Schätzungen zufolge von Anlagen emittiert, die 20 Jahre und älter sind und längst nicht mehr den Stand der Technik abbilden. Hierzulande liegt das Durchschnittsalter der installierten Einzelfeuerungsanlagen den Verbänden zufolge bei 30 Jahren. Gelänge es, diese Geräte tatsächlich auszutauschen, wäre viel gewonnen. "Ein neuer Kaminofen, der eine veraltete Feuerstätte ersetzt", hilft Feinstaub und andere Schadstoffe um bis zu 85 Prozent zu reduzieren", berichtet HKI-Geschäftsführer Kienle. Moderne Gerätetechnik sorge für eine saubere Verbrennung, steigere den Wirkungsgrad und erhöhe die Energieeffizienz. Das mache sich auch bei den Heizkosten bemerkbar. Einsparungen von 30 Prozent und mehr seien möglich.

Die Lösung des Feinstaubproblems liegt daher aus Sicht der Verbände nicht in Restriktionen wie Verbrennungsverboten oder einer weiteren Verschärfung der Grenzwerte für Neuanlagen, sondern in der Erneuerung des Altanlagenbestandes. Für den sollte die Novelle der 1. BImSchV sorgen. Als erstes EU-Land hatte Deutschland damit 2010 eine Altanlagenregelung mit einer Übergangszeit bis 2025 eingeführt. "Damit haben wir eine absolut ausreichende Regelung", sagt Müller. Gleichzeitig räumt er ein, dass diese Regelung in der Praxis nicht ausreichend funktioniert. 

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Hille Hans - 29.03.2015, 12:23

Na so einfach wie es sich der ZVSHK - Mann macht ist es nicht.
Die Schornsteinfeger haben bis Ende 2013 die Feuerstätten erhoben und den Betreibern mitgeteilt wann diese auszutauschen sind. Nachdem ein Vollzug zur 1. BImSchV bezüglich des Austausches oder Stilllegeung von Einzelfeuerstätten nicht vorhanden ist, hat der bevollmächtigte Kaminkehrer keine Handhabe dies beim Betreiber dieser Feuerstätten durchzusetzen. Zur Zeit hat alleine die untere Aufsichtsbehörde diese Möglichkeit.
Bitte erst informieren bevor man anderen ans Knie pinkelt.

 

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