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Regierung plant Zuschuss-Stopp für stromerzeugende Heizung

Aus für die Förderung von Mini-Blockheizkraftwerken?

25.01.2010, 07:34

Ecopower-Mini-BHKW
Mini-Blockheizkraftwerke könnten beim Wegfall der Förderung schwerer zu verkaufen sein. Bild: Vaillant

Nicht nur eine Reduzierung der Einspeisevergütung für Solarstrom, auch das Aus für die Förderung kleiner KWK-Anlagen steht anscheinend auf der Wunschliste der Bundesregierung. Das berichtet der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung. Das ist bitter für zahlreiche Forscher und Unternehmen, die die öffentliche Förderung zum Anlass genommen hatten, Produkte in diesem Segment zu entwickeln. Auch der Bund hat in Projekte für kleine KWK-Anlagen investiert, etwa im Forschungsprojekt Callux.

Erst vor zwei Jahren hatte die damals noch rot-schwarze Regierung die Förderung der kleinen Anlagen zu Kraft-Wärme-Kopplung beschlossen. Seit Anfang 2009 gab es Geld auch für selbst verbrauchten Strom. Bei Kraft-Wärme-Kopplung werden Strom und Wärme erzeugt. Kleine Anlagen erlauben die dezentrale Versorgung mit Wärme und Strom, derzeit für Wohnanlagen oder öffentliche Einrichtungen, bald auch für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Aufsehen hat im September 2009 vor allem das gemeinsame Projekt von Lichtblick und VW erregt. Dort soll ein virtuelles Kraftwerk aus vielen kleinen KWK-Anlagen entstehen, die je nach Bedarf auch Strom erzeugen können. Das soll Spitzenlasten abpuffern.

Die Brennstoffzellen-Heizgeräte, die beim Forschungsprojekt Callux erprobt werden, haben eine Leistung, die für den Betrieb in Ein- und Zweifamilienhäusern optimiert ist. Mit an Bord sind bei Callux die großen Energieversorger. Reicht die Wärmeleistung der Brennstoffzelle nicht, springt eine Erdgas-Therme an. Die elektrische Leistung des Geräts reicht aus, um den Grundbedarf eines Einfamilienhaushalts an Strom zu decken. Mehr als 50 Geräte sind im Feldtest, 800 sollen es bis Ende 2010 sein. Zahlreiche andere Projekte wurden in den letzten Monaten angekündigt, einige Produkte stehen vor der Serienreife.

Wird die diskutierte Streichung der Förderung für kleine KWK-Anlagen Realität, wird es für solche Projekte schwierig. Die Produkte sind neu, es gibt sie nur in kleinen Stückzahlen zu entsprechenden Preisen. Kritik an der Streichung kam nicht nur vom Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung, sondern auch aus einzelnen Bundesländern. Margit Conrad, Umweltministerin im SPD-regierten Rheinland-Pfalz, mahnte, dass damit der Klimaschutz ausgehebelt werde. "Die Säulen der bisherigen Klimaschutzstrategie wanken", kritisiert sie.

Bei den Verbrauchern kam die Förderung der stromerzeugenden Heizung gut an. Zwischen 2008 und 2009 hat sich die Zahl der Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis zu 50 Kilowatt mehr als verdoppelt. 2009 wurden 4.400 Anlagen installiert.

Bereits im Koalitionsvertrag sei die KWK nicht einmal erwähnt worden, sagt Conrad. Diese rückwärts gewandten Botschaften seien fatal - für den Klimaschutz und für die Wirtschaft, denn es seien die innovativen Technologien wie KWK, die auf den Weltmärkten große Chancen böten, sagt Conrad.

Dezentrale Mini-KWK-Anlagen werden zunehmend eine wichtige Ergänzung für die Erneuerbaren Energien und tragen zu deren sicheren Einbindung in die Stromversorgung bei. Zentral gesteuert können diese Anlagen Regelenergie zum Ausgleich von Stromeinspeisung aus fluktuierenden regenerativen Energiequellen kostengünstig bereitstellen. pgl

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