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Wärmepotenzial unterschiedlicher Grauwasserströme erfasst

ABG nutzt Wärme aus Grauwasser

21.07.2014, 09:55

In unmittelbarer Nachbarschaft des Schönhofs in Bockenheim baut die ABG Frankfurt Wohnungen und eine Kindereinrichtung. Im Erdgeschoss will das Wohnungsbauunternehmen eine etwa 1.000 Quadratmeter große Kindertagesstätte schaffen. Darüber sollen in vier Stockwerken und einem Dachgeschoss 66 Wohnungen künftig zur Verfügung stehen. Das Gebäude, ein Passivhaus, soll Ende 2015 fertig sein.

Spannend ist das Energiekonzept: Wärme aus Abwasser will die ABG bei dem Neubauprojekt gewinnen. Das Unternehmen testet diese Einsparquelle, um die Wärmerückgewinnung aus Abwasser auf dem Kulturcampus Frankfurt in den kommenden Jahren zum Standard machen zu können.

Passivhaus-Bauweise ist für die ABG vertrautes Terrain. Mehr als 2.000 Wohneinheiten hat das Unternehmen als Passivhaus erstellt, auch im sozialen Wohnungsbau. Doch die Wärme im Abwasser geht bis jetzt ungehindert verloren. Diesem Ansatz der Wärmenutzung aus dem Abwasser widmet sich das Forschungsprojekt netWORKS3 in der Allende-Straße, dessen wissenschaftliche Begleitung das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert.

Im Bereich der Kita wird die Wärmerückgewinnung aus leicht verschmutztem Grauwasser (Badewannen, Duschen und Handwaschbecken) und Schwarzwasser möglich. In diesem Bereich findet auch ein Recycling des Grauwassers statt, das dann wieder als Toilettenspülung zur Verfügung steht. Aus dem Grauwasser können zwölf Prozent, aus dem Schwarzwasser vier Prozent des Wärmebedarfs gedeckt werden.

Im Bereich der Wohnungen erfolgt eine Wärmerückgewinnung aus dem gesamten häuslichen Abwasser, also Grau- und Schwarzwasser. Hier findet kein Recycling statt. Dieses Wasser geht direkt in die städtischen Klärwerke. In diesem Bereich lassen sich 17 Prozent des Wärmebedarfs decken.

Die Idee, dem häuslichen Abwasser Wärme zu entziehen und diese Energie auch für das Wasser zu nutzen, ist nicht neu. Das Forschungsprojekt netWORKS 3, das den Bau in der Allende-Straße begleitet, geht jedoch einen Schritt weiter. "Wir untersuchen das Wärmepotenzial der unterschiedlichen Abwasserströme aus den Haushalten", sagt Projektleiterin Martina Winker vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung. Dazu gehören das Toilettenwasser und das Grauwasser (häusliches Abwasser aus Küche, Dusche). "Mit der Wärmerückgewinnung durch das Abwasserrecycling können wir das letzte 'Energieloch' im Passivhaus schließen", sagt Winker. Bislang ging diese Wärme ungenutzt verloren.

Gleichzeitig ist ein Grauwasserrecycling geplant, bei dem dieses nur leicht verschmutzte Abwasser zunächst vom restlichen Schmutzwasser getrennt wird. Es wird mit Hilfe von Mikroorganismen behandelt und durch UV-Strahlung desinfiziert, und der Hälfte der Wohnungen für die Toilettenspülung wieder zugeführt. So wird Trinkwasser eingespart. Quelle: ABG / pgl

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