Haus mit 16 Wohnungen benötigt 60 Prozent weniger

Eigentümergemeinschaft reduziert Energieverbrauch enorm

Um 60 Prozent ging der Energieverbrauch nach der Sanierung zurück. © Büro Mader, Stuttgart

Ein Stuttgarter Haus der Nachkriegszeit, das einer Wohnungseigentümergemeinschaft gehört, hat seinen Energieverbrauch nach Sanierung mehr als halbiert.

60 Prozent weniger Energieverbrauch nach einer umfassenden Sanierung mit Wärmedämmung, Austausch der Heizung und Installation einer Solaranlage – so die Bilanz der Sanierung einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) in Stuttgart-Degerloch.

Das Haus des Baujahrs 1955 hat 16 Wohneinheiten. Die Hälfte der Eigentümer wohnt selbst in den Wohnungen, die andere Hälfte ist vermietet. Die kleinen eingezogenen Loggien stellen eine architektonische Besonderheit dar.

Vor der Sanierung war der energetische Zustand sehr schlecht. Kellerdecke und Dach waren ungedämmt, ebenso die nur 20 Zentimeter dicken Hohlblock-Außenwände aus Trümmerschutt. Auch die oberste Geschossdecke hatte sehr schlechte Dämmeigenschaften (U-Wert 3,4W/m2K). Die Heizung und Warmwasserzubereitung erfolgte dezentral, vom Kachelofen bis zur Gas-Etagen-Heizung. Das Heizungssystem war dadurch sehr ineffizient, die Wohnungseigentümer gaben überdurchschnittlich viel für ihre Heizkosten aus.

Bevor die Sanierung in Angriff genommen wurde, führte das Energieberatungszentrum Stuttgart eine umfangreiche Energiediagnose durch und beriet die WEG gemeinsam mit dem Architekten dabei, die passenden Sanierungsmaßnahmen zu verabschieden. Die Sanierung selbst plante und begleitete Hans Martin Mader, Freier Architekt.

Die Eigentümer entschieden sich für eine umfassende energetische Sanierung. Die Außenwand (Dämmstärke 14 cm), die oberste Geschossdecke (16 cm) und die Kellerdecke (11 cm) wurden gedämmt. Wo es nötig war, wurden neue Fenster mit einem U-Wert unter 1,4 W/m2K eingesetzt. Das alte, dezentrale Heizsystem wurde durch eine Gas-Zentralheizung mit Brennwerttechnik und eine zentrale Warmwasserbereitung mit Solarunterstützung ersetzt. Die Hauseingänge und Briefkästen wurden erneuert, anstatt der Loggien kommen die Bewohnerinnen und Bewohner jetzt in den Genuss größerer Balkone.

Die WEG investierte insgesamt rund 460.000 Euro in die Sanierung. Diese Summe ließ sich durch KfW-Kredite und Fördermittel aus dem Energiesparprogramm der Stadt Stuttgart leichter stemmen. Das Ergebnis der Sanierung kann sich sehen lassen. Der Endenergiebedarf ist auf 69,8kWh/m2a gesunken (Primärenergiebedarf 78,5 kWh/m2a). "Der Wohnkomfort ist deutlich gestiegen", so Hans Martin Mader, "die Wohnungen sind viel behaglicher als vorher und haben zudem noch erheblich an Wert gewonnen." Quelle: WEG-Forum / pgl

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