Zahl der Haushalte steigt stärker als der Neubau

Banken sehen Trendwende beim Wohnungsbau

Nach schwachen Jahren im Wohnungsbau sprechen die Banken nun sogar schon von einer Belebung im Neubau. Der Neubau reiche aber nicht zur Bedarfsdeckung, warnt die KfW.

Die KfW sieht eine Trendwende beim Wohnungsbau, da ihr Indikator Eigenheimbau für das Jahr 2010 einen moderaten Anstieg des Wohnungsneubaus anzeigt. So lag der Wert im Juni 2010 mit 35,4 gut 8 Prozentpunkte über dem Juniwert des Vorjahres. Für das Gesamtjahr 2010 sei mit dem Neubau von rund 146.000 Wohnungen zu rechnen.

Das Jahr 2009 markierte mit nur noch rund 140.000 neu errichteten Wohnungen den Tiefpunkt im Wohnungsneubau seit 1990. Die Belebung im Jahr 2010 sei ein Indiz dafür, dass beim Wohnungsneubau die Talsohle vorerst erreicht ist. Das derzeitige Niveau reiche aber nicht, um den Bedarf zu decken, warnt KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Aufgrund des demografischen Wandels steigt die Anzahl der Haushalte in den nächsten Jahren weiter an, da die durchschnittliche Haushaltsgröße den Bevölkerungsrückgang überkompensiert

Auch die LBS West sieht erste Anzeichen für einen Aufschwung im Wohnungsbau. Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen habe in den vergangenen Monaten noch weiter zugenommen. "Sie ist so stark wie seit Jahren nicht und übersteigt inzwischen vielerorts bereits sogar das Angebot", stellt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien (Münster), fest. Die seit der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise stetig steigende Nachfrage von Selbstnutzern und privaten Anlegern hat nach Feststellung von Hustert nun auch die Neubautätigkeit belebt. Hustert sieht im Wohnungsbau deutliche Anzeichen für einen Aufschwung. pgl

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