Abwrackprämie nutzt sich als Instrument ab
Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner, CDU, kann der Forderung nach einer Abwrackprämie für Heizanlagen nicht viel abgewinnen, sagt sie im Enbausa-Interview. Sie sieht Handwerker und Berater in der Pflicht, bestehende Angebote besser zu vermarkten.
Von unterschiedlichen Verbänden wird eine Abwrackprämie für alte Heizkessel gefordert, die einen ähnlichen Nachfrageschub auslösen könnte wie bei PKWs. Würden Sie eine solche Prämie für sinnvoll halten?
Gönner: Da bin ich eher zurückhaltend. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau und das Marktanreizprogramm gibt es ja bereits attraktive Förderanreize. Angesichts der Vielfalt und Komplexität der Förderprogramme könnte allerdings über eine Vereinfachung in der Gestalt einer Prämienzahlung nachgedacht werden. Das will ich nicht ausschließen.
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Sanierung: Förderung ist zu kompliziert

- Holger Krawinkel
Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie und Umwelt beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, hält die bisherige Förderung bei der energetischen Sanierung für viel zu kompliziert. Nach einer Beratung solle es einen leichteren Zugang zu Zuschüssen oder Steuererleichterungen geben. Außerdem kritisiert er, die Politik gebe zu viel Geld zur Rettung der Banken und für Altindustrien und zu wenig für wirkliche Zukunftsinvestitionen wie energieeffiziente Sanierung aus.
Herr Krawinkel, sind Sie für oder gegen eine Abwrackprämie für Heizkessel?
Krawinkel: Die Abwrackprämie für PKW wird von den Verbrauchern gut angenommen. Die Frage ist, wie nachhaltig diese Prämie wirkt und was passiert, wenn sie ausläuft. Es muss auch bei anderen Prämienprogrammen untersucht werden, welche Wirkung damit langfristig erzielt werden soll. Wir wissen, dass es bei den Heizungsanlagen, ähnlich wie bei den PKW, eine relativ alte Flotte gibt. Ein nicht unerheblicher Teil müsste dringend erneuert werden, und es ist die Frage, wie die Verbraucher motiviert werden können, diese Ersatzinvestition zügig vorzunehmen.
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