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Mehr Sorgfalt bei Sanierungen ist notwendig

Wärmemonitor: Sanierungszyklus liegt bei 75 Jahren

08.10.2015, 10:30

Gerüst am Haus, Hamburg
Erst nach 75 Jahren ist ein Haus voll saniert. © P. Grund-Ludwig

Eine alarmierende Botschaft: Die Sanierungszyklen in Deutschland sind deutlich länger als bislang angenommen. Sie betragen 75 statt 55 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt der Wärmemonitor Deutschland 2014, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und die Ista Deutschland veröffentlicht haben. Die Erhebung ist 2014 erstmals rückblickend für zehn Jahre erschienen und wird im Jahresrhythmus aktualisiert.

Basis der Aussagen seien "statistische Schätzungen auf der Grundlage von Informationen aus Energieausweisen", so DIW-Energieexperte Claus Michelsen. Diese deuteten darauf hin, dass ein vollständiger Sanierungszyklus in Mehrfamilienhäusern in Westdeutschland ungefähr 75 Jahre dauere. Ingenieurwissenschaftliche Studien seien bisher von Sanierungszyklen von etwa 55 Jahren ausgegangen. Sie folgten den jeweiligen Bauzyklen und verliefen regional unterschiedlich, so die Studie. In den von der Ista ausgestellten verbrauchsbasierten Energieausweisen finden sich Angaben über das Gebäudebaujahr und den Zeitraum der letzten Sanierung von Dach, Fassade, Fenster, Kellerdecke und Heizungsanlage. Basierend auf diesen Angaben hat die Studie abhängig vom Gebäudealter die Wahrscheinlichkeit einer Sanierung ermittelt. Die Datenbasis sei statistisch ausreichend, um solche Aussagen zu treffen.

Die deutlich längeren Zeiträume würden das Ziel der EU, für den Gebäudebestand eine Sanierungsquote von 2 Prozent zu erreichen, in Frage stellen. Im Hinblick auf die langen Sanierungszyklen werde es umso wichtiger, bereits heute bei anstehenden Sanierungen die vorhandenen Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz auszunutzen, so die Schlussfolgerung aus den Zahlen. Danach sieht es zumindest bei Heizungen nicht aus. Derzeit erleben auch Niedertemperaturkessel für Öl und Gas beim Heizungstausch eine Renaissance, so unlängst vorgelegte Marktzahlen des BDH. Erneuerbare Energien verlieren an Relevanz.

Gering investive Maßnahmen erschließen weitere Potentiale

Zudem müssten in bereits sanierten Gebäuden durch geringinvestive Maßnahmen weitere Potenziale erschlossen werden, so die Studie weiter. Beispielsweise zeigten Ergebnisse von Pilotprojekten, dass die umfassende unterjährige Information der Verbraucher über Heizkosten und Energieverbrauch einen wichtigen und kostengünstigen Beitrag für das Erreichen der von der Bundesregierung angestrebten Klimaschutzziele leisten könne.

Gleichzeitig stellt der Wärmemonitor einen sinkenden Energiebedarf fest. Im Jahr 2014 ist der Heizenergiebedarf in Mehrfamilienhäusern in Deutschland um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dies entspricht etwa 3,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Grundlage dieser Einschätzung ist der gemessene Energieverbrauch in rund 300.000 Mehrfamilienhäusern in Deutschland. Der Heizenergiebedarf ist der um witterungsbedingte und klimatische Einflüsse bereinigte Heizenergieverbrauch; die Auswirkungen des milden Winters sind also bereits berücksichtigt.

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Dietmar Spiegel - 13.10.2015, 12:33

Klimaschutz verlachen, Ressourceneffizienz verschweigen, Versorgungssicherheit tabuisieren und den Umsatz bejubeln, das ist die Philosophie der neoliberalen Markt-Strategen und ihrer Lobbyisten. Der Wutbürger dreht sich im Hamsterrad.

 

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