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Verbraucherschützer fordern Ausbau der Energieberatung

Umfrage: Jeder vierte Sanierer spart keine Energie

28.05.2012, 00:00

Von 1.000 Hausbesitzern, die ihre Häuser kürzlich saniert haben, verbrauchen mehr als ein Viertel heute genauso viel Energie wie vor der Sanierung. Bei weiteren 28 Prozent fallen die Energieeinsparungen so klein aus, dass sich die Investitionen frühestens in 25 Jahren rechnen werden. Zu diesen alarmierenden Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage des forsa-Instituts im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).

Den Grund dafür, dass das Energiesparziel oft nicht erreicht wird, sehen die Verbraucherschützer in der mangelnden Beratung. Nur ein Viertel der Hausbesitzer nehme vor der Sanierung eine unabhängige Beratung in Anspruch, die Eigenheimbesitzer seien überfordert. "Die Energiewende braucht mehr als Geld und Gesetze. Die Bundesregierung muss die Beratung massiv ausbauen und bewerben", fordert daher vzbv-Vorstand Gerd Billen.

Dass gute Beratung ein Schlüssel zum Erfolg energetischer Sanierungsmaßahmen ist, zeigt nach Ansicht der Verbraucherschützer unter anderem folgendes Ergebnis der Umfrage: Die Energieeinsparung lag bei Hausbesitzern, die auf eine Beratung verzichtet hatten, im Schnitt bei 16 Prozent. Wer eine unabhängige Beratung eines Architekten oder Ingenieurs in Anspruch genommen hatte, freute sich über Einsparungen von durchschnittlich 27 Prozent.

Allerdings kamen insgesamt nur drei Prozent aller Sanierer auf Energieeinsparungen von über 50 Prozent. "Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, bis 2050 den Primärenergiebedarf um 80 Prozent zu reduzieren, ist auf diese Weise nicht zu erreichen", so der vzbv.

Auch weitere Ergebnisse werfen Fragen auf: 80 Prozent der Befragten hatten keine staatliche Förderung in Anspruch genommen. 83 Prozent erhielten nach den Maßnahmen keinen Qualitätsnachweis. "Sanierungen sind ein komplexes Projekt, egal ob im Bezug auf das Investitionsvolumen, mögliche Fördergelder oder einzuhaltende Energiestandards. Ohne kompetente Beratung erzielt man kein optimales Ergebnis", so Billen.

Der vzbv schätzt den Bedarf von privaten Hauseigentümern an qualifizierter Energieberatung auf bis zu 800.000 im Jahr und fordert daher einen massiven Ausbau der Energieberatung, die dem individuellen Sanierungsverhalten von Eigentümern Rechnung trägt. Zudem seien de Unternehmen gefordert, eine Qualitätsoffensive auf den Weg zu bringen. Damit bei Sanierungen die Energiesparpotenziale ausgeschöpft werden, müssen Bauindustrie und Bauwirtschaft aus Sicht der Verbraucherschützer effektiv kooperieren. Die Bauwirtschaft müsse sich das Know-how über die neueste Technik aneignen, die Bauindustrie das Know-how an das ausführende Handwerk weitergeben.

Quelle: vbzv / sth

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Arnold Drewer - 28.05.2012, 17:33

das wundert mich überhaupt nicht!
- obenseitige Dämmung von belüfteten Holzbalkendecken ist wirkungslos, wird aber hunderttausendfach durchgeführt. Wird auch von den Industrien propagiert
- derselbe Effekt: außenseitige Dämmung (WDVS) von Hohlschichtmauerwerk. Schön anzusehen - aber aufgrund von Hinterlüftungseffekten wirkungslos
- oder: das Dach wird "irgendwie" gedämmt - die obere Geschoßdecke hätte ausgereicht.
- Hinterlüftungseffekte werden grundsätzlich ignoriert, ob bei Flachdächern (ERTEX-Dächern, Bungalow-Dächern), Wänden oder oberen Geschoßdecken
Allerdings ist die Bemerkung, das wäre nicht passiert, wenn Planer/Architekten eingeschaltet worden wären: falsch! Auch diese kennen die Problematik nicht.
Die Ausbildung der Handwerker in Sachen Wärmedämmung ist mangelhaft - die vieler Planer/Architekten/Energieberater ist es ebenfalls.
Übrigens gibt es auch noch den Effekt, dass nach erfolgter (wirksamer) Wärmedämmung sich das Heiz- und Wohnverhalten ändert: der Bewohner leistet sich einfach einen höheren Wohnkomfort. Auch dann ist natürlich eine Energieeinsparung nicht zu verzeichnen.

 

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