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Experten gehen auch von Zunahme nach einfachen Lagen aus

Trend im Wohnbau geht weiter zu guten Wohnlagen

26.06.2013, 06:00

Fassadenfront
Laut Experten konzentriert sich der Wohnbautrend weiterhin auf gute Wohnlagen. © B. Baumann

Ein konstantes Antwortverhalten der Wohnungsmarktexperten auf die Frage nach der Nachfrageentwicklung von unterschiedlichen Wohnlagen zeigt sich bei den Ergebnissen des 11. Expertenpanel Immobilienmarkt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Das Ergebnis: Wie in den letzten Jahren wird sich die Nachfrageentwicklung auf die besten und insbesondere guten Wohnlagen konzentrieren. 65 Prozent beziehungsweise 71 Prozent der Befragten sehen für das 1. Halbjahr 2013 eine zunehmende Attraktivitätsentwicklung für diese Lagetypen.

Dennoch schließt sich mittlerweile die zuletzt stark auseinanderdriftende Einschätzung der Wohnlagen ein wenig. Während dieses Mal weniger Befragte die guten und besten Lagen im Aufwind sehen, gehen mehr Experten als in der Vorbefragung von zunehmender Nachfrage nach durchschnittlichen und einfachen Lagen aus.

Dieses Antwortverhalten könnte auf Engpässe im günstigen Wohnungssegment hindeuten. Hinweise für bestehende Engpässe liefern derzeit beispielsweise auch Auswertungen der aktuellen Mietwohnungsangebote.

Unverkennbar lässt der hohe Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt auch die durchschnittlichen Lagen von einem Nachfrageplus profitieren. Einfache Wohnlagen werden zwar weiterhin keine positive Nachfrageentwicklung aufweisen. Dennoch äußert sich auch hierzu ein großer Teil der Befragten weniger skeptisch als noch im letzten Halbjahr (zunehmend: 10 Prozent, abnehmend: 47 Prozent). Vor allem die Immobilien-Entwickler sehen erstmalig auch bei den einfachen Wohnlagen ein reales Nachfrageplus für das 1. Halbjahr 2013. Bei den anderen der abgebildeten Branchenakteure hat sich der errechnete Saldo für die einfachen Wohnlagen immerhin teils kräftig reduziert (z. B. Vorwert Vermittler:-48; Vorwert Dienstleister/ Berater: -38).

Im Querschnitt der befragten Marktsegmente scheint einzig der gewerbliche Bau von Mehrfamilienhäusern die Baubranche maßgeblich anzukurbeln. Über 60 Prozent der hier tätigen Marktakteure sehen für das kommende Halbjahr steigenden Neubauinvestitionen entgegen. Dies ist eine im Vergleich zur letzten Befragung nochmals gesteigerte Anzahl positiver Stimmen. Im Vergleich dazu wirken die Erwartungswerte des Einfamilienhaussektors verhaltener als sie wirklich sind. Im Saldo glaubt immerhin ein Viertel der Befragten an nochmals anziehende Neubauzahlen.

Als unverkennbarer Motor der Immobilienbranche zeigt sich weiterhin der Revitalisierungsmarkt. Nach den jüngsten Ergebnissen beurteilen 64 Prozent der Befragten Wohnungsakteure die Aktivitäten im Bereich Modernisierung, Sanierung und Refurbishment als zunehmend.

Im Bereich der Bestands- und Objektverwaltung sind nach dem leichten Einbruch im letzten Halbjahr aufwärts gerichtete Impulse erkennbar. In allen Segmenten wurden die Verluste der letzten Befragung wieder wett gemacht und in etwa auf das Niveau der Vorjahreswerte aufgeschlossen.

Abgesehen von Wohnimmobilien bietet der Markt für Portfoliotransaktionen den Befragten offenbar am wenigsten Erfolgsaussichten. Doch auch unter Wohnungsakteuren fällt der Optimismus für das kommende Halbjahr eher gedämpft aus: im Saldo nur 13 Prozent sehen Wachstumschancen. Dabei hat die Branche den Handel mit Immobilien keineswegs gänzlich abgeschrieben, was ein Blick auf die künftigen Einzeltransaktionen zeigt. Profitieren wird danach in erster Linie der Wohnungsmarkt, für den knapp ein Drittel der Teilnehmer steigendes Potenzial voraussieht. Mit dem hohen Marktanteil von Einzelverkäufen an Privateigentümer nimmt der Wohnungsmarkt hierbei jedoch sicher eine Sonderrolle ein. Auch in dieser Befragungswelle teilt die Frage nach Anzeichen für Immobilienpreisblasen in Deutschland beziehungsweise seinen Teilräumen die Wohnungsmarktexperten in zwei gleichgroße Lager: etwa die Hälfte der Experten sieht (evtl.) eine Entwicklung von Preisblasen, die andere Hälfte kann keine Anzeichen erkennen. Hierbei fällt wiederholt auf, dass zirka ein Drittel der Befragten eine klare Ja/Nein-Meinung haben, zwei Drittel der Befragten hingegen eine gewisse Unsicherheit in ihrer Einschätzung aufweisen. Dies ist vermutlich damit begründet, dass sich Immobilienpreisblasen schwer messen lassen und gegebenenfalls nur einzelne (Teil-)Segmente des Wohnungsmarktes betreffen.

Eine regional differenzierte Auswertung nachdem Tätigkeitsbereich der Experten zeigt eine leicht unterschiedliche Wahrnehmung und Bewertung, die im großregionalen Vergleich (v.a. zwischen West und Ost) stärker ist als zwischen TOP-Standorten und Regionalzentren.

Am BBSR-Expertenpanel haben 390 Immobilien-Experten aus den verschiedenen Marktsegmenten teilgenommen. Die halbjährliche Online-Befragung wird seit Ende 2007 durchgeführt.

Quelle: BBSR / bba

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