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Wohnbau-Studie liefert Analyse der Kostentreiber

Seit 2000 sind die Neubaukosten um 40 Prozent gestiegen

24.04.2015, 11:05

Zu viel Staat mache das Bauen teuer, so die Studie eines Verbändebündnisses. © Berres/EnBauSa.de

Zum Wohnungsbau-Tag in Berlin präsentierte am 23. April das Verbändebündnis Wohnungsbau die Studie "Kostentreiber Wohnungsbau" , in der detaillierte Kostenbetrachtungen zum Neubau mehrgeschossiger Wohnungsbauten, in Ballungsgebieten dargestellt werden sowie der Einfluss technischer Baubestimmungen und des Bauordnungsrechts auf den Bau solcher Wohngebäude.

Grundlage der Studie ist einmal eine bundesweite Umfrage bei 370 Wohnungsunternehmen zu abgerechneten Bauprojekten, zudem wurde am Beispiel eines Typen-Mehrfamilienhauses mit 12 Wohnungseinheiten die Entwicklung der gesamten Gestehungskosten verfolgt.

Im Verbändebündnis Wohnungsbau haben sich der Deutsche Mieterbund (DMB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) in Kiel und Baurechts- Experten der Düsseldorfer Kanzlei HFK Rechtsanwälte LLP mit der Kostenanalyse beauftragt.

Um nahezu 40 Prozent sind die Kosten rund um den Neubau von Mehrfamilienhäusern in Deutschland seit dem Jahr 2000 gestiegen. Bei den reinen Baupreisen gab es im gleichen Zeitraum dagegen lediglich einen Anstieg von rund 27 Prozent. Die Kosten für eine Wohneinheit, so die Zahlen der Studie, haben sich seit dem Jahr 2000 von 2.209 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche auf aktuell 3.080 Euro erhöht.

Kostensteigerung ist staatlich gemacht

Die zusätzliche Kostensteigerung, die die Preisspirale beim Wohnungsneubau enorm nach oben gedreht hat, sei dabei überwiegend "staatlich gemacht": Bund, Länder und Kommunen haben den Wohnungsbau in den vergangenen Jahren durch Gesetze, Verordnungen, Auflagen, Steuern und Materialanforderungen enorm verteuert. Der Anstieg der Bauwerkskosten ist laut Studie vor allem auf verschärfte ordnungsrechtliche Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden, Barrierefreiheit, Standsicherheit, Brand- und Schallschutz, aber auch höhere Ansprüche der Nutzer an Wohnraum wie etwa größere Bäder o.ä. zurückzuführen.

Die seit 2000 mehrfach vollzogenen Novellierungen der EnEV haben bis 2014 einen Kostenanstieg von 6,5 Prozent bei den Bauwerkkosten zur Folge gehabt. Mit Inkrafttreten der nächsten EnEV-Stufe ab Januar 2016 kämen da noch einmal 7,3 Prozent Kostensteigerung dazu. Über die Hälfte des Kostenanstieges resultiere aus geänderten steuerlichen und baurechtlichen Regelungen von Bund und Ländern, gestiegene Baulandpreisen und immer umfassenderen kommunalen Auflagen, die auch noch bundeslandbezogen unterschiedlich sind, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Dazu komme die ständig zunehmende technische Komplexität der Baubestimmungen.

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