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Förderung für Wärmenetze soll 2016 kommen

Sanierungsfahrplan bleibt in der Diskussion

17.11.2015, 08:30

Landesumweltminister Franz Untersteller
Minister Franz Untersteller: Wärmegesetz wird Heizungstausch voranbringen. © Zukunft Altbau

"Anfang 2016 wird eine neues Förderprogramm zu Wärmenetzen kommen", versprach Landesumweltminister Franz Untersteller auf dem Herbstforum von Zukunft Altbau. Eines der zentralen Themen des Forums war die Umsetzung des Wärmegesetzes in Baden-Württemberg inklusive Sanierungsfahrplan. Das Förderprogramm zum Sanierungsfahrplan ist mit deutlicher Verzögerung erst seit kurzem verfügbar.

Dieser Zeitversatz zum Inkrafttreten des Gesetzes stieß bei den Energieberatern auf wenig Verständnis, immerhin war der Vorläufer Energiesparcheck bereits im Sommer eingestellt worden. Der Sanierungsfahrplan bleibt strittig. Im Prinzip gut findet ihn zwar Rainer Schüle, Geschäftsführer der Energieagentur Regio Freiburg. Im Detail hat er aber viel Kritik. In den bisher vorgestellten Musterbeispielen würden konventionelle Maßnahmen sofort und die wirklich entscheidenden erst für einen sehr viel späteren Zeitpunkt vorgeschlagen. Außerdem müssten Investitionskosten und voraussichtliche Förderzuschüsse für alle Maßnahmen aufgeführt werden, auch wenn die erst in 20 Jahren umgesetzt werden sollen. "Doch wer weiß denn schon heute, wie sich die Technik und die politischen Rahmenbedingungen über einen solch langen Zeitraum entwickeln werden?" fragt Schüle im WDVS-Info-Blog von EnBauSa.de unter dem provokanten Titel "Energieberatung als Ablasshandel?".

Schüle kritisiert außerdem, dass der Sanierungsfahrplan als Ersatzmaßnahme dient, Hausbeistzer könnten sich "mit einem Alibi-Gutachten von ihren möglichen Klimaschutzbeiträgen freikaufen." Widerspruch kommt an diesem Punkt von Jörg Knapp, Technikexperte beim Fachverband SHK in Baden-Württemberg beim Herbstforum. Der Fahrplan sei "der beste Wurf, den das Land machen konnte." Er erlaube es den Hausbesitzern, einen Überblick über den energetischen Zustand des Hauses zu bekommen.

Sanierungsfahrplan ist zeitaufwändig

Den Zeitaufwand für die Erstellung schätzt Knapp auf einen bis eineinhalb Tage, "dann reichen 1000 Euro nicht aus." Es gebe im Gegensatz zur EnEV keinen vereinfachten Nachweis, der Aufwand sei relativ hoch. Es gebe zwar auch Angebote für 600 Euro, Knapp warnte die Berater aber, sich auf das Preisdumping einzulassen. Der Zuschuss liegt zwischen 200 und 500 Euro. Er sehe auch die Gefahr, dass zu ambitionierte Maßnahmen vorgeschlagen würden, die dann die Kunden aus Kostengründen zurückschrecken ließen, so Knapp.

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