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Cohereno soll noch bis Oktober Erfahrungen bringen

Sanierung aus einer Hand im EU-Projekt

26.08.2015, 08:30

Workshop im Rahmen von Cohereno
In Gruppenarbeit entstehen Grundzüge des Hamburger Bauteams. © Dena

Sanierung aus einer Hand ist ein Thema, mit dem sich das EU-Projekt Cohereno seit zwei Jahren beschäftigt. In Deutschland ist die Dena Projektpartner und untersucht Ansätze, wie Planer, Architekten und Finanzierer gut zusammenarbeiten. Im Oktober ist das Projekt zu Ende, erste Erfahrungen liegen vor.

Im Projekt sollen Unternehmensstrukturen analysiert und bereits existierende erfolgreiche Unternehmen und Kooperationen identifiziert werden. Es werden hocheffizient sanierte Gebäude gesucht und deren Baubeteiligte befragt. Anschließend folgt die Kontaktaufnahme zu den interessierten Unternehmen in Form von zwei größeren Veranstaltungen für alle Baubeteiligten in der Anbieterkette, in denen die Vorteile und Möglichkeiten der "Sanierung aus einer Hand" dargestellt werden. Anbietergruppen finden zusammen und Unternehmen bilden Kooperationsvereinbarungen für weiterführende Sanierungsvorhaben. Ein mögliches Vorbild für eine solche Kooperation ist das Baumteam in Freiburg, in dem nach einem Impuls des Architekten Klaus Wehrle seit Jahren Handwerker unterschiedlicher Gewerke zusammenarbeiten.

Erste Netzwerkansätze gibt es schon

Im Rahmen von Cohereno hat ein Team in Hamburg in einem Workshop Wege zu einer Zusammenarbeit ermittelt. Initiator ist dort Ingo Kempa vom Planungsbüro keenco³. Erste Ansätze des Netzwerks stehen mittlerweile. Acht Gewerke sind mit an Bord, darunter die Bereiche Gartenbau, Zimmerei, Maler, Heizung/Lüftung/Sanitär und Elektro. Gesucht werden noch Maurer und Putzer, aber gute Maurer seien im Norden so ausgelastet, dass es schwierig sei sie vom Nutzen einer Kooperation zu überzeugen, berichtet Kempa.

Seine Motivation ist es, auch im Ein- und Zweifamilienhaus in Sanierung und Neubau Planungsleistungen anzubieten, die Qualität haben und sich trotzdem rechnen. "Im Ein- und Zweifamilienbereich ist es schwer, auf ein auskömmliches Honorar zu kommen, wenn man die Aufgabe ernst nimmt", sagt Kempa. Häufig werde deshalb die Detailplanung an die ausführenden Gewerke abgedrückt. "Die Menge an Details, die wir zeichnen müssen, lässt sich bei diesen Objekten durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure nicht abbilden", moniert Kempa. Sein Lösungsansatz: "Wir wollen Projektanlaufbesprechungen machen, die zu Synergien zwischen den Gewerken führen."

Die Sichtweise der Gewerke auf den kompletten Bauablauf, die dadurch entsteht, soll Probleme an den Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Ausführenden minimieren. Kritische Punkte, die Kooperation erfordern, sind zum Beispiel die Herstellung der Luftdichtigkeit der Gebäudehülle, aber auch bauphysikalische Fragen, die sich durch die eingesetzten Baustoffe und deren Zusammenwirken ergeben. Die Hamburger haben sich entschieden, in der Kooperation rechtlich selbständig zu bleiben und keine neue gemeinsame Gesellschaft zu gründen. Der Generalunternehmer-Aufschlag, der bei der Ausführung durch eine separate Gesellschaft notwendig wäre, entfällt.

Der Vorteil der Zusammenarbeit liegt für die Teilnehmer in der Möglichkeit, durch die frühzeitige Projekteinbindung zuverlässiger zu kalkulieren. Für die Bauherren heißt das, dass sie die Leistungen zu einem Fixpreis bekommen. Derzeit sind die Hamburger noch in der Gründungsphase, im nächsten Jahr sollen erste Projekte realisiert werden.

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