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Stromkosten belasten Geringverdiener mehr

Privathaushalte nutzen mehr Erneuerbare

10.08.2015, 09:39

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung der privaten Haushalte in Deutschland ist 2013 gestiegen und lag bei 12,9 Prozent. Beim Primärenergieverbrauch in Deutschland ist der Anteil Erneuerbarer mit 11,8 Prozent laut Zahlen der AG Energiebilanzen etwas geringer.

Die Ergebnisse zur Energieversorgung privater Haushalte sind Teil einer aktuellen Studie zum Energieverbrauch privater Haushalte in Deutschland, die das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) zusammen mit forsa im Auftrag des BMWi für die Jahre 2011 bis 2013 durchgeführt hat. Sie zeigt auch, dass die Stromkosten Privathaushalte mit einem niedrigen Nettoeinkommen relativ höher belasten als Haushalte von Besserverdienern.

Deutsche Privathaushalte setzen bei der Energieversorgung zunehmend auf erneuerbare Energien. In den Jahren 2010 bis 2013 stieg ihr Anteil von 12,1 Prozent auf 12,9 Prozent. Sie stehen damit hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Energieversorgung an vierter Stelle. Erdgas und Heizöl hatten mit 34,3 Prozent beziehungsweise 27 Prozent im Jahr 2013 den weitaus größten Anteil an der Energieversorgung der privaten Haushalte in Deutschland; an dritter Stelle folgt Strom mit 19,5 Prozent.

Wie die Studie "Erhebung des Energieverbrauchs der privaten Haushalte für die Jahre 2011-2013" weiter zeigt, besaßen zu Beginn des Jahres 2014 rund 11 Prozent aller Haushalte einen Solarwärmekollektor. Gegenüber dem Jahr 2006 mit 5,9 Prozent hat sich die Nutzung damit nahezu verdoppelt; im Jahr 2012 betrug der Anteil noch 8,9 Prozent.

Ebenso hat die Verbreitung von PV-Anlagen zugenommen: Während im Jahr 2006 noch 2,1 Prozent aller Haushalte mit einer PV-Anlage ausgestattet waren, besaßen zu Beginn des Jahres 2014 etwa 6,8 Prozent eine solche Anlage.

Die Auswertung der Daten zeigt zudem, dass der Anteil der Stromkosten am Nettoeinkommen von privaten Haushalten bei einkommensschwachen Haushalten deutlich größer ist als bei wohlhabenderen Haushalten. Diese relative Stromkostenbelastung nimmt – ebenso wie die Belastung durch andere Energieträger und andere Güter des Grundbedarfs – mit zunehmenden Haushaltseinkommen immer stärker ab. So liegt der Mittelwert des Stromkostenanteils für die 237 Haushalte der zweituntersten Einkommenskategorie (monatlich 700 bis 1 200 Euro) bei 5,3 Prozent, während er für die 108 Haushalte mit einem Einkommen zwischen 5 200 und 5 700 Euro 1,6 Prozent beträgt.

Die Studie basiert auf der bislang fünfmaligen Befragung eines zu weiten Teilen identischen Panels von Haushalten zu deren Einsatz und Verwendung von Energie. Sie sei die weltweit umfangreichste Panelbefragung dieser Art, so das RWI. Im Rahmen dieser repräsentativen Erhebung nahmen mit über 8500 Haushalten des forsa-Panels rund 2000 Haushalte mehr teil als in früheren Studien von RWI und forsa. Die Befragung erfolgte bildschirmgestützt und ermittelte unter anderem den Verbrauch einzelner Energieträger wie Strom, Heizöl oder Erdgas. Die Ergebnisse wurden anschließend auf alle deutschen Haushalte hochgerechnet. Quelle: RWI / pgl

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