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Überblick über Stromverbrauch ist leichter

Prepaid statt Stromsperre hilft gegen Energiearmut

11.11.2012, 17:34

Prepaid-Zähler können zur sozial verträglichen Gestaltung der Energiewende beitragen. Ihre Installation verhindert, dass der Strom abgeklemmt wird. Davon betroffen sind derzeit rund 800.000 Haushalte. Jetzt, in der kalten Jahreszeit, ist das besonders hart, weil ohne Strom beispielsweise auch die Etagenheizung nicht mehr läuft.

"Das Konzept 'Zahlen nach Bedarf' ist uns beim Handy vertraut", sagt Michael Kopatz. Er ist Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und befasst sich insbesondere mit dem Thema Energiearmut. Kopatz ergänzt: "Prepaid-Handys schaffen Kostenkontrolle. Auf dem gleichen Weg lässt sich inzwischen mit intelligenten Guthabenzählern Strom beziehen. Neigt sich das Guthaben dem Ende zu, steht die Aufladung an."

Die Vorteile für den Kunden: Erstens gibt es keine Nachzahlungen mehr. Prepaid-Zähler verhindern, dass sich Monat für Monat unbemerkt Stromschulden auftürmen können. Zweitens schafft die Anzeige von Verbrauch und Guthaben Kostentransparenz und Kostenbewusstsein. Das führt in der Regel zu deutlichen Verbrauchsreduktionen und ist damit auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Die Energieversorger profitieren von einer enormen Kostenersparnis. Mahnverfahren und Außenstände in Millionenhöhe wären überflüssig. Die Kosten für Versorgungssperren und Ablesen entfallen. Außenstände bauen sich ab und Zahlungsausfälle gibt es nicht mehr - ebenso wie die schlechte Publicity durch Sperrungen. Schon heute berichten Stadtwerke von der hohen Kundenzufriedenheit mit Prepaid-Zählern.

Deshalb empfiehlt das Wuppertal Institut, eine Vorgabe im Energiewirtschaftsgesetz zu verankern, die Sperrungen verbietet und stattdessen die kostenlose Installation eines Prepaid-Zählers vorschreibt. Bei der gegenwärtigen Standardisierung der Intelligenten Stromzähler sollte eine Prepaidfunktion berücksichtigt werden. Zwar können die Guthaben-Zähler nicht verhindern, dass Energie teuer und Millionen Menschen arm sind. Aber sie schaffen Kostenbewusstsein und vermeiden soziale Katastrophen. Quelle: Wuppertal Institut / pgl

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