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Geld für stromsparende Geräte fehlt Einkommensschwachen

NRW startet Beratungsoffensive gegen Energiearmut

07.10.2012, 15:45

Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen haben aufgrund steigender Energiepreise Probleme, ihre Rechnungen für Strom und Gas zu bezahlen. Allein im Jahr 2010 wurde mehr als drei Millionen Mal die Zahlung von Stromrechnungen angemahnt und bei rund 120.000 Haushalten wurde der Strom abgestellt. "Es ist alarmierend, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Energierechnung nicht zahlen können. Wir könnten gut 30 Prozent unserer Energie sowohl im Strom- als auch im Wärmebereich einsparen, ohne unseren Lebensstandard zu gefährden. Jede Kilowattstunde trägt nicht nur zum Gelingen der Energiewende bei. Jede gesparte Kilowattstunde ist auch bares Geld für Verbraucherinnen und Verbraucher", sagte Verbraucherschutzminister Johannes Remmel beim Start des Projektes "NRW bekämpft Energiearmut" in der Verbraucherzentrale in Krefeld.

Das Projekt von NRW-Verbraucherschutzministerium, Verbraucherzentrale NRW und regionalen Energieversorgern ist ab 1. Oktober zunächst in Aachen, Bielefeld, Köln, Krefeld und Wuppertal gestartet. Ab 1. Januar 2013 folgen Bochum, Dortmund und Mönchengladbach. In fünf Städten wird das Angebot durch die "Aufsuchende Energiesparberatung" der örtlichen Caritas flankiert.

Die Verbraucherzentrale NRW berät die Energieschuldnerinnen und Energieschuldner zur Existenzsicherung und bietet eine Rechts- und Budgetberatung an. Bei Bedarf werden konkrete Beratungen zum Sparen von Energie vermittelt, die den Menschen helfen, langfristig die Kosten zu senken.

Wachsende Probleme rund um Energieschulden haben fast drei Viertel der in NRW ansässigen Energieunternehmen bei einer Befragung durch die Verbraucherzentrale NRW bilanziert. Die Ursache für die wachsende Zahl von Menschen, die von Energiearmut betroffen sind, sind vor allem Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent bei Strom und Gas in den letzten zwei Jahren.

"Nordrhein-Westfalen nimmt bei der Gestaltung der Energieberatung bereits seit Jahren eine Vorreiterrolle ein, hier werden einkommensbenachteiligte Haushalte grundsätzlich kostenlos beraten. Jetzt gehen wir mit unseren Partnern einen Schritt weiter und können kostenlos eine kombinierte Energie- sowie Rechts- und Budgetberatung anbieten", sagte Minister Remmel.

Das Projekt "NRW bekämpft Energiearmut" läuft bis Ende 2015. Das Verbraucherschutzministerium stellt in dieser Zeit für die wirtschaftliche und rechtliche Beratung durch die Verbraucherzentrale NRW Finanzmittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die teilnehmenden Stadtwerke in den acht Modellkommunen beteiligen sich anteilig an den Kosten der jeweiligen Beratungsangebote.

 

In Kooperation mit den jeweiligen Stadtwerken schnüren die Fachberaterinnen und Fachberater der Verbraucherzentrale NRW ein Lösungspaket, das den Verbraucherinnen und Verbrauchern langfristig hilft. "Wiederholte Mahnungen und in der Folge die Androhung der Einstellung der Lieferung von Strom und Gas sind in der Regel die Maßnahmen, die Energieversorger - vielfach auch erfolglos - ergreifen, um säumige Forderungen einzuziehen. Für einkommensbenachteiligte Haushalte allerdings, wo weder Rücklagen vorhanden sind noch Einkünfte über dem Pfändungsfreibetrag erreicht werden, bedeuten die anfallenden Kosten für Mahnverfahren, Unterbrechung der Energielieferung und die erneute Freigabe der Versorgung eine zusätzliche Belastung", erläutert Carsten Liedtke, Sprecher des Vorstands der SWK Stadtwerke Krefeld. Die Energieversorger unterstützen deswegen das Projekt der Landesregierung, um die Energieschuldenproblematik in dieser Kooperation dauerhaft anzugehen und nicht nur symptomatisch zu bekämpfen.

Hans-Georg Liegener, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Region Krefeld ist überzeugt, dass der Stromspar-Check einen wichtigen Beitrag leistet, um den Energieverbrauch dauerhaft zu reduzieren und damit auch das Auflaufen von Energieschulden zu vermeiden. Obendrein würden Langzeitarbeitslose im Rahmen dieser Aktivitäten weiter qualifiziert und Einsparungen beim Kohlendioxid-Ausstoß erzielt.

Aus einem vergleichbaren Pilotprojekt in Bonn liegen erste Erfahrungen vor. Im Schnitt konnte dort eine Verringerung des Stromverbrauchs in den ersten zwei Jahren nach der Beratung von insgesamt -5 Prozent erreicht werden. In den nicht beratenen Haushalten stieg der Stromverbrauch im Vergleich zum Referenzzeitraum um +1,7 Prozent an. Besonders hohe Einsparungen wurden beim Warmwasser erzielt.

Das Potential für Einsparungen lag mit 18 Prozent deutlich höher. Viele Maßnahmen konnten jedoch nicht realisiert werden, da sie Investitionen voraussetzten, zu denen den beratenen Personen das Geld fehlt. Die Experten schlagen deshalb unter anderem Mini-Contracting für stromsparende Geräte und Stromtarife vor, die Anreize zum Sparen setzen.

Quelle: Verbraucherzentrale NRW / pgl

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