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Niedriger Energieverbauch ist ein wichtiger Baustein

nestbau AG macht Wohnen bezahlbar

29.09.2015, 08:30

nestbau-Wohngebäude Tübingen
Rund 9 Euro Miete zahlen die Bewohner des ersten nestbau-Gebäudes. © n.e.s.t. AG

Bezahlbaren Wohnraum schaffen, der zu einem Preis deutlich unter der örtlichen Vergleichsmiete vermietet werden kann und den Kapitalgebern dennoch eine solide Rendite ermöglicht – mit diesem Ziel ist die Tübinger Bürger-AG n.e.s.t. Bauprojektierung und Vermietung, kurz nestbau, 2010 angetreten. Im Juni vergangenen Jahres sind die Mieter in das erste eigene Gebäude eingezogen, nun liegt die erste Nebenkostenabrechnung des Neubaus vor. Danach hat ein junges Paar mit Kind für die Beheizung seiner 78,3 Quadratmeter großen Wohnung 513 kW Energie verbraucht und dafür 97,02 Euro bezahlt. Hinzu kommen Warmwasserkosten von 118,95 Euro. Insgesamt fielen für Heizung und Warmwasser also 2,76 Euro pro Quadratmeter und Jahr an.

Für n.e.s.t.-Gründer und Vorstand Gunnar Laufer-Stark sind möglichst niedrige Energiekosten ein Schlüssel zu nachhaltigem und sozialem Wohnen. Angepeilt waren daher für die Modellwohnung 2,50 Euro Nebenkosten pro Quadratmeter und Jahr. "Im zweiten Jahr werden die Kosten für die Heizung vermutlich etwas sinken, weil dann der Estrich trocken ist", ist Laufer-Stark zuversichtlich, die Zielmarke künftig zu erreichen. Gleichzeitg weist er darauf hin, dass allein für die Grundsteuer 40 Cent je Quadratmeter anfallen. "Staatliche Vorgaben und Regularien machen einen immer größeren Anteil der Nebenkosten aus."

Um die Energiekosten langfristig möglichst niedrig zu halten, wurde auf dem Dach des ersten eigenen Gebäudes in Tübingen eine Solarthermieanlage mit 92 Quadratmetern Flachkollektoren und einem 12.000 Liter fassenden Speicher installiert. Die sollte 60 Prozent des Energiebedarfs für Warmwasser und Heizung decken. Das Dach des ersten nestbau-Gebäudes ist für Solarthermie optimal: Südausrichtung, 40 Grad Dachneigung. "Wir haben uns gründlich informiert und mit einem Ertrag von 500 Watt pro Quadratmeter und Jahr gerechnet", so Laufer-Stark. Tatsächlich waren es im ersten Winter mit 407 Watt deutlich weniger. Vor diesem Hintergrund wundert sich der Vorstand nicht, dass sich in der Planungs- und Bauphase niemand von den Baubeteiligten auf den angepeilten solaren Deckungsgrad von 60 Prozent festlegen lassen wollte. Laufer-Stark: "Ich bin fast überall auf Unverständnis gestoßen, warum ich mich als Eigentümer so einsetze für einen optimierten Energieverbrauch. Schließlich werden die Energiekosten doch auf die Mieter umgelegt."

Doch genau das unterscheidet nestbau als Bürger AG von normaten Wohnungsbaugesellschaften. n.e.s.t. steht für nachhaltig, ethisch, sicher und transparent. Nachhaltig errichtete Immobilien sollen Wertstabilität und gleichzeitig den Aktionären einen langfristig soliden Ertrag sichern, wobei die geschaffenen Wohnungen zu moderaten Preisen vermietet werden. In Tübingen, einer Stadt mit einem angespannten Wohnungsmarkt und vergleichsweise hohen Mieten, zahlen die nestbau-Mieter mit rund 9 Euro pro Quadratmeter deutlich weniger als die ortsübliche Vergleichsmiete für Neubauten. Dafür geben sich die Anteilseigner der AG – Menschen aus ganz Deutschland – mit einer vergleichsweise niedrigen Rendite zufrieden. "Mehr als 2,5 Prozent sind nicht drin", sagt Laufer-Stark. 

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