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EU-Gebäuderichtlinie so nicht zu erreichen

Nabu legt eigenen Vorschlag für EnEV vor

08.10.2012, 13:32

Ulf Sieberg

Sieberg: EnEV-Reform ist zu lasch. © Morhart

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat Pläne von Bundesbau- und Umweltministerium für die EnEV 2012 heftig kritisiert und einen eigenen Vorschlag vorgelegt. Energiereferent Ulf Sieberg sagte in Berlin, mit den geplanten "laschen" Anforderungen seien weder die von der Bundesregierung selbst formulierten Effizienzziele noch die Einhaltung der maßgeblichen EU-Richtlinie 2010/31/EU erreichbar.

Ein im Vorfeld von Bundesbauminister Peter Ramsauer bestelltes Begleitgutachten sei "manipuliert". Dieses enthalte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mit "realitätsfernen" Annahmen und unterschätze, welche Wärmeschutzanforderungen bis 2020 vertretbar seien. Unter anderem würde ein solcher EnEV-2012-Entwurf auch dazu führen, dass mit Steuergeld Dämm-Maßnahmen mit niedrigem Standard gefördert würden, obwohl sie auch ohne KfW-Unterstützung sowieso wirtschaftlich seien.

Dieses Geld fehle dann bei Maßnahmen, die für den Klimaschutz sinnvoll seien, aber für die Hausbesitzer nur mit Förderung rentabel gemacht werden könnten - zum Beispiel Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Insgesamt führe der Regierungsentwurf dazu, dass die dann nicht ausreichend wärmegeschützten Gebäude irgendwann außerhalb des Sanierungszyklus nachgedämmt werden müssten. Sie würden zu "Investitionsruinen".

Worum geht es genau? Ramsauers Ministerium stützt sich vor allem auf ein Begleitgutachten des Kasseler Ingenieurbüros Hauser. Zentraler Inhalt ist eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Amortisieren sich innerhalb eines bestimmten Betrachtungszeitraums die Kosten verschiedener Varianten von Wärmedämmung und Lüftungsanlagen? Sieberg kritisiert die Annahmen, die dem Gutachten zugrundeliegen. Die beiden wichtigsten sind die Länge des Betrachtungszeitraums und die Energiepreisentwicklung für die kommenden Jahre.

Zum Betrachtungszeitraum für Effizienzmaßnahmen im Neubau heißt es im Hauser-Gutachten: "In Abstimmung mit dem Auftraggeber wird eine Amortisationszeit von 20 Jahren als wirtschaftlich vertretbar angenommen." Der Nabu nennt das "realitätsfern", "willkürlich gewählt", und "deutlich zu kurz" und bemängelt, dass der Restwert der Bauteile am Ende dieser 20 Jahre nicht berücksichtigt werde.

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