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BBSR legt Marktanalyse zum Immobilienmarkt vor

Miet- und Kaufpreise ziehen weiter an

09.12.2012, 07:30

Für den Wohnungssektor rechnen Immobilienmarktexperten mit einer steigenden Bautätigkeit sowie weiter anziehenden Mieten und Kaufpreisen. Die Konjunkturerwartungen für den Gewerbeimmobilienmarkt haben sich eingetrübt.

Das geht aus dem 10. Expertenpanel Immobilienmarkt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Das BBSR hatte 334 Marktteilnehmer der Branche aus den Bereichen Wohnen, Büro, Einzelhandel und Logistik nach ihren Erwartungen für die kommenden Monate befragt.

Der Wohnimmobilienmarkt profitiert von steigender Nachfrage. Er bleibt nach Ansicht der Fachleute weiterhin auf der Überholspur: 68 Prozent bewerten die Konjunkturaussichten positiv. Auf dem Häusermarkt rechnen 38 Prozent weiterhin mit einer steigenden Nachfrage, die das Angebot deutlich übersteigt.

Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass das momentan hohe Kaufpreisniveau stabil bleibt beziehungsweise noch steigen wird. Auch im Eigenheimneubau sind angesichts der derzeit sehr günstigen Finanzierungsbedingungen die Zukunftsaussichten gut: In der BBSR-Befragung stimmen 54 Prozent der teilnehmenden Immobilienexperten der Aussage zu, dass die gegenwärtige Eigenheimfinanzierung unproblematisch ist. Ein Viertel rechnet sogar damit, dass sich die Finanzierungsbedingungen nochmals verbessern werden.

Das hat Auswirkungen auf die Preise. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Während sich Massivhäuser seit der Jahrtausendwende um 23 Prozent verteuerten, legten die Preise für Einfamilienhäuser in Fertigbauweise um 31 Prozent zu.

Für die Baubranche ist der anhaltende Bautrend gut. "Angesichts der Bedeutung des Wohnungssektors für Bauinvestitionen und -volumen ist eine positive Grundstimmung der Immobilienprofis ein Signal für Bauwirtschaft und Beschäftigung", sagt Rolf Müller, Gruppenleiter Wohnen und Immobilien im BBSR. "Im internationalen Vergleich ist der deutsche Immobilienmarkt nach wie vor sehr gut aufgestellt."

 

Die Experten sehen aber im Büro- und Einzelhandelssegment eine Trendwende: Im Marktsegment Büro erwarten 39 Prozent einen wachsenden Leerstand, 29 Prozent rechnen mit sinkenden Mieten. Auch in den Bereichen Einzelhandel und Logistik sind die Branchenprofis pessimistischer als noch im 1. Halbjahr 2012: Für den Einzelhandel prognostiziert fast ein Drittel eine geringere Nachfrage nach Flächen, ein Viertel rechnet mit sinkenden Mieten. Ausnahme ist nur der Logistiksektor, für den die Mehrheit noch eine wachsende Flächennachfrage und höhere Mieten erwartet.

"Auf dem Gewerbeimmobilienmarkt schlagen sich die gedämpften Konjunkturerwartungen ebenso nieder wie die Verunsicherungen der Euro-Krise. Hinzu kommt ein schwieriges Finanzmarktumfeld", sagt Müller. Bereits bei der Vorbefragung im 1. Halbjahr 2012 hatten die Experten die Schwierigkeiten der gewerblichen Immobilienfinanzierung vergleichsweise hoch eingeschätzt. Quelle: BBSR / LBS / pgl

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