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Thüringen erhöht zum Januar 2017

Länder drehen beim Hauskauf an der Steuerschraube

21.07.2016, 08:30

Bagger am Neubau
Die Baunebenkosten könnten durch höhere Grunderwerbsteuern weiter steigen. © B. Baumann

Die Kaufnebenkosten beim Erwerb eines neues Hauses können zwischen 9 und 16 Prozent des Hauspreises liegen. Die Länder drehen aber weiter an der Steuerschraube. Sie entscheiden über die Höhe der Grunderwerbsteuer. Dabei gehen die Begehrlichkeiten quer durch alle Parteien: Thüringens Linke-geführte Landesregierung hat bereits entschieden, sie ab 2017 auf 6,5 Prozent zu erhöhen. Auch die neue Regierung in Baden-Württemberg unter Grünen und CDU denke nach Informationen der Interhyp über eine Erhöhung nach.

Das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg hatten bereits 2015 die Grunderwerbsteuer auf 6,5 Prozent angehoben. "Seit die Länder die Grunderwerbsteuer selbst festsetzen dürfen, hat sich die Steuerbelastung beim Hauskauf für viele Erwerber fast verdoppelt. Seit 2006 wurde die Grunderwerbsteuer über alle Bundesländer gerechnet 25-mal angehoben", bemerkt Michiel Goris, Chef der Interhyp.

Die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent und beschert den Ländern seit Jahren wachsende Milliardeneinnahmen. Zudem müssen Käufer den Makler bezahlen, wenn der Immobilienkauf über einen Vermittler zustande kommt. Die Maklerkosten beim Immobilienerwerb werden auch nach Inkrafttreten des so genannten Bestellerprinzips in 2015 fällig, da sich das im Wohnungsvermittlungsgesetz verankerte Prinzip ausschließlich auf Mietverträge bezieht. Beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Immobilien bleibt alles beim Alten. Die Provisionen schwanken ebenfalls je nach Bundesland und liegen zwischen 3,57 und 7,14 Prozent. Dritter maßgeblicher Kostentreiber sind die Notarkosten, die rund 2 Prozent des Kaufpreises betragen.

Ein Anstieg der Kaufnebenkosten wirkt sich für Eigenheimerwerber bei der Finanzierung gleich zweifach negativ aus. "Idealerweise werden Kaufnebenkosten mit Hilfe des Eigenkapitals finanziert – und nicht durch den Kredit. Höhere Ausgaben für Makler, Notar und Grunderwerbsteuer schmälern aber dann nicht nur das Sparguthaben, das in die Finanzierung eingebracht werden kann, sondern auch das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapitaleinsatz verschlechtert sich", erklärt Goris. Im schlimmsten Fall kann sich dadurch der Zinssatz für das Immobiliendarlehen verteuern.

Laut Interhyp betrug der durchschnittliche Kaufpreis für eine Immobilie im vergangenen Jahr in Deutschland rund 320.000 Euro, in Thüringen etwas mehr als 238.000 Euro. "Eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer um 1,5 Prozent, wie in Thüringen beschlossen, bedeutet damit eine zusätzliche Belastung von rund 3.600 Euro", rechnet Goris vor.

Bisher galt: die Kaufnebenkosten im Süden sind niedrig, im Norden deutlich höher. Sollte Baden-Württemberg tatsächlich demnächst die Grunderwerbsteuer auf 6,5 Prozent erhöhen, lägen nur noch in Bayern und in Rheinland-Pfalz die Kaufnebenkosten bei rund 10 Prozent. Die höchsten Kaufnebenkosten fallen mit mehr als 15 Prozent in Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein an. Quelle: Interhyp / pgl

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