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Energieeffizienz-Expertenliste wird ab Anfang 2014 angewandt

KfW streicht Unabhängigkeitsklausel für Einzelmaßnahmen

18.09.2013, 09:50

Ralf Preußner
Ralf Preußner berichtete über die Pläne der KfW, die Unabhängigkeitsklausel zu streichen. © EnBauSa.de / Thole

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW plant, die Unabhängigkeitsklausel für Sachverständige bei kleinen Sanierungsprojekten, den sogenannten Einzelmaßnahmen, zu streichen. Die Klausel besagt, dass ein Sachverständiger, der bei der KfW einen Antrag auf Förderung im Rahmen der Programme zum energetischen Bauen und Sanieren stellt, nicht gleichzeitig auch Bauausführender sein darf. "Die Einzelmaßnahmen sind häufig so kleinteilig, dass sich eine Beratung der Bauherren und Übernahme der Planung für Architekten und Ingenieure kaum lohnt", begründet Ralf Preußner die Änderung, Produktmanager für die KfW-Wohnförderprogramme Energieeffizient Bauen und Sanieren.

Die KfW fürchtet, mit der verbindlichen Anwendung der Energieeffizienz-Expertenliste für alle Förderprogramme des Bundes ab Anfang 2014, in einen Engpaß zu laufen. Denn über 60 Prozent der bislang in der Liste aufgenommenen Energieeffizienzexperten sind Architekten und Ingenieure, nur knapp über 10 Prozent Handwerker. Die seien bei Einzelmaßnahmen jedoch meist der erste Ansprechpartner für den Bauherren. "Aber auch für die Handwerker ist eine Einzelmaßnahmen-Begleitung nicht unbedingt attraktiv, wenn sie unabhängig sein müssen, also sich selbst nicht an der Bauausführung beteiligen dürfen", so Preußner vergangene Woche auf dem GIH-Bundeskongress.

Bislang ist die Expertenliste nur für die Förderung der Baubegleitung verbindlich. Die Unabhängigkeitsklausel soll gestrichen werden, sobald sie bei allen KfW-Förderprogrammen angewandt wird. "Schließlich müssen die Experten eine große Hürde nehmen, um auf diese Liste zu kommen, so das eine hohe Qualität gewährleistet ist", sagte Preußner im Gespräch mit EnBauSa.de. Die KfW appelliere an die Experten mit der Aufhebung der Unabhängigkeitsklausel verantwortungsvoll umzugehen. 

Aus den Reihen der 250 Teilnehmer des GIH-Bundeskongresses gab es Kritik an der Entscheidung. Die Aufhebung der Unabhängigkeitsklausel sei kontraproduktiv. Statt qualitativ hochwertiger umfangreicher Sanierungsmaßnahmen werde es künftig wieder mehr Einzelmaßnahmen geben. "Damit schaffen wir die Energiewende nicht", merkte ein Teilnehmer an. sth

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