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Einzelmaßnahmen werden nicht mehr gefördert

KfW streicht Programmteile aus "Energieeffizient Sanieren"

17.08.2010, 09:17

Geld für's Haus
Die Fördergelder für die energetische Sanierung gehen zur Neige. © Klewar/KfW

Wer Einzelmaßnahmen Dämmung, Heizungserneuerung, Fensteraustausch oder Lüftungseinbau plant und mit einer Förderung im Rahmen des KfW-Programms "Energieeffizient Sanieren" mit der Nummer 152 gerechnet hat, muss sich sputen: Schon zum 31. August 2010 stellt die KfW die Förderung der Einzelmaßnahmen ein. Bis dahin sollten Förderanträge gestellt werden, damit noch die Chance auf einen zinsgünstigen Kredit in Höhe von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit besteht. Zum gleichen Zeitpunkt eingestellt wird das Programm 430. Dieses sieht einen Zuschuss für den Kauf eines sanierten Hauses oder einer Eigentumswohnung, die dem Standard eines KfW-Effizienzhauses entsprechen oder für eine umfassende Sanierung vor, die Wohneigentum zum KfW-Effizienzhaus machen. Auch einzelne Sanierungsmaßnahmen oder deren effektive Kombination werden noch bis Ende August bezuschusst. Je nach erreichtem KfW-Effizienzhaus-Standard beträgt der Zuschuss bis zu 13.125 Euro pro Wohneinheit.

Eine weitere Kürzungsmaßnahme betrifft das Programm "Energieeffizient Sanieren – Sonderförderung" (Programm-Nummer 431). Hier werden ebenfalls zum 31. August 2010 wesentliche Teile eingestellt. Betroffen davon ist etwa die Förderung für Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeverteilung wie der Einbau effizienter Heizungspumpen oder funkgesteuerten Thermostaten sowie Maßnahmen zum Abbau von Nachtstromspeicherheizungen. Die ebenfalls in diesem Programmteil angesiedelte Förderung der qualifizierten Baubegleitung bei Sanierungsmaßnahmen wird der KfW zufolge weiterhin angeboten. Für die Antragstellung in der Sonderförderung haben Wohnungs- und Hauseigentümer noch bis zum 30. November Zeit. Allerdings müssen die Maßnahmen bis 31. August durchgeführt worden und die Schlussrechnungen gestellt sein.


Nachfrage nach Förderangeboten war unerwartet hoch

"Wir wollen die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen im Wohngebäudebereich mit zinsverbilligten Krediten und Zuschüssen fortführen. Deshalb konzentrieren wir uns auf die Förderung von KfW-Effizienzhäusern", begründet KfW-Sprecherin Eske Ennen die Streichung der Programmteile. Ziel sei eine möglichst hohe CO2- und Energieeinsparung. Daher bleibe das Förderangebot der KfW-Effizienzhäuser für Neubau und Sanierung in der Kredit- und Zuschussvariante unverändert bestehen. Ennen zufolge war die Nachfrage nach den Förderangeboten im ersten Halbjahr 2010 unerwartet hoch. "Wir haben fünf Milliarden Euro Fördergelder zugesagt, 2009 waren es im ersten Halbjahr nur 3,7 Milliarden." Dabei habe die Anpassung der KfW-Förderkonditionen an die Energieeinsparverordnung 2009, die in Stufen erfolgte, zu Sondereffekten geführt. "Vor jedem Anpassungstermin gab es einen besonders großen Andrang", so Ennen.

Sie weist darauf hin, dass Einzelmaßnahmen auch künftig förderfähig sind. Dann allerdings im Programm "Wohnraum modernisieren" (Programm-Nummer 141). "Hier sind die Anforderungen sogar geringer, da es sich nicht um energetische Maßnahmen handeln muss. Allerdings sind die Zinsen etwas höher", so Ennen. "Wohnraum modernisieren" ist ein KfW-eigenes Programm, während "Energieeffizient Sanieren" aus Mitteln des Bundeshaushalts bestritten wird. Für einen über zehn Jahre laufenden Kredit mit zwei tilgungsfreien Jahren und zehn Jahre Zinsbindung betragen die effektiven Zinsen im Programm "Energieeffizient Sanieren 152" 2,32 Prozent, im Programm "Wohnraum modernisieren" dagegen 3,1 Prozent.

Aus Politik und Wirtschaft kommt Kritik an der Streichung der Förderprogramme. "Ohne Fördermittel ist im vermieteten Gebäudebestand eine Umsetzung der politischen Klimaschutzziele wirtschaftlich nicht möglich", betont Lutz Freitag, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW gegenüber enbausa.de. Und Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, ergänzt: "Das Ziel der Bundesregierung, eine Sanierungsquote von drei Prozent im Gebäudebestand zu erreichen, rückt mit jeder Kürzung der erfolgreichen KfW-Programme in immer weitere Ferne." Gerade die Förderung von Einzelmaßnahmen habe wirkungsvolle Investitionen ausgelöst, so Krischer.

Die Förderung von Einzelmaßnahmen habe Hausbesitzer für das Thema Energieeinsparung sensibilisiert, ergänzt Dieter Bindel, Vorsitzender des GIH in Baden-Württemberg. "Wer sich erst mal mit Einzelmaßnahmen beschäftigt hat, interessierte sich dann oft auch dafür, was er noch mehr tun kann und kam dann nicht selten auf uns Energieberater zu", erklärt er. Dieser Einstiegspfad in die energetische Sanierung werde nun erschwert. sth

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