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Bauministerium kündigt mehr Effizienz an

KfW-Förderung gerät in die Kritik

10.11.2009, 08:38

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Berechnung der KfW-Programme ist komplex. © Klevar

Die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind zwar umfangreich, aber nach wie vor ein Dschungel. Handwerker, Planer und Bauherren wissen nicht, für welche Maßnahme sie welche Fördertöpfe anzapfen können. Verbraucherschützer fordern zudem, dass für alle Maßnahmen neben billigen Krediten auch Zuschüsse möglich sein müssen.

Auch die neue Regierung kündigt Änderungen an, ohne jedoch schon konkrete Pläne auf den Tisch zu legen. So hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium Jan Mücke beim Verbandstag des Wohnungsbauverbands GdW Anfang November 2009 angekündigt, dass die KfW-Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren wirkungsvoller ausgestaltet würden. Bislang sind die Ankündigungen aus dem Ministerium dazu allerdings wolkig. Konkrete Informationen dazu waren aus dem Hause des neuen Ministers Peter Ramsauer noch nicht zu bekommen.

Die Verbraucherzentralen würden einen Umbau der Förderung begrüßen. Sie stört die Langwierigkeit bei der Vergabe. Die Tatsache, dass der KfW-Förderantrag vor Beauftragung der Maßnahme genehmigt sein muss, erschwere die Inanspruchnahme bei der Finanzierung von Neubauten oder dem Kauf gebrauchter Immobilien vor allem in Regionen mit knappem Bauland- und Immobilienangebot, sagen sie. "Gerade bei interessanten Objekten bleibt häufig wenig Zeit, sich zu entscheiden. Sie sind meist anderweitig verkauft, bevor die Förderzusage eintrifft", meint Evelyn Kessler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegenüber EnBauSa.de.

Auch die Förderung über Kredite hält Kessler für ein Förderhemmnis: "Wir sehen keinen Grund, weshalb nicht für alle geförderten Maßnahmen zwischen Zuschuss oder zinsverbilligtem Kredit gewählt werden kann." Gerade ältere Immobilienbesitzer, die sich nicht mehr verschulden möchten, oder aufgrund ihres Alters schlechte Kreditkonditionen bekommen, hätten bei der Kreditförderung keinen Vorteil. Auch hier könnte eine Zuschussförderung die Bereitschaft zur energetischen Altbausanierung erhöhen, sagt Kessler. Christian Poprawa, Marketingleiter bei Saint Gobain Weber plädiert gar für übersichtlichere Fördermodalitäten nach dem Vorbild der KFZ-Abwrackprämie: "Diese Maßnahme war ein so großer Erfolg, weil Vorgaben und Prämien eindeutig fixiert wurden. Von den Kredit- und Zuschussvarianten der KfW kann man das nicht behaupten."

Kessler bemängelt auch, dass der zinsverbilligte Kredit über die eigene Hausbank vermittelt werden muss. Bei einer Zuschusslösung können Häuslesbauer und Sanierer Kreditverträge auch bei Direktbanken abschließen.

Die KfW selbst sieht derzeit keinen Änderungsbedarf: "Nach den durch die Einführung der neuen EnEV nötig gewordenen Anpassungen seit Oktober dieses Jahres sind aktuell keine weiteren Änderungen mehr angedacht", meint KfW-Sprecherin Eske Ennen. Außerdem gebe es schon eine ganze Reihe von Zuschüssen: bei der Sanierung eines Altbau auf KfW-Effizienzhausniveau, beim Erwerb einer sanierten Immobilie oder bei Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Heizungserneuerung oder Fensteraustausch.

Für den Energieberater Peter Knüpfer aus Jena ist auch der Zuschuss nicht das dringendste Problem. Er stört sich zwar am zu bewältigenden Papierkram bei den KfW-Anträgen, sieht jedoch vor allem Handlungsbedarf bei der Kontrolle, ob die Sanierung oder Neubau auch so erfolgt wie laut Kredit vereinbart. Derzeit übernimmt diese Prüfung die Hausbank. "Da reden meist Blinde von der Farbe" wird Knüpfer deutlich. Aus seiner Sicht sinnvoller sei eine Prüfung durch qualifizierte Energieberater. Und die sollten dann wirklich vor Ort und auf den Baustellen prüfen. Bislang beschränkt sich die Prüfung auf die Werte, die auf Papier angegeben werden. pgl

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