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Mietsteigerung von knapp 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

In München und Hamburg sind Mieten am höchsten

22.09.2015, 11:56

Bestandsbauten Berlin
In Berlin ziehen vor allem die neubaumieten an. © A. Morhart

Im bundesweiten Schnitt sind die Mieten in Deutschland um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. In den deutschen Großstädten betrug die durchschnittliche Miete im Erhebungszeitraum 7,80 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Bei Eigentumswohnungen liegen die vom Immobilienverband IVD erfassten Kaufpreisanstiege unter dem Vorjahresniveau. So wurde in den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern ein Kaufpreisanstieg von 6,66 Prozent für Bestandswohnungen mittleren Wohnwerts ermittelt, im Vorjahr waren es noch 9,12 Prozent.

"Wir erleben zwar weiter deutliche Preisanstiege, die Intensität geht aber zurück. Die Kaufpreisanstiege sind angesichts des zum Teil hohen Zuzugs in den Metropolen auf einem überschaubaren Niveau geblieben", erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD, die Wertentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt.

Im Vorfeld der Einführung der Mietpreisbremse wurden von einigen Experten Vorzieheffekte prognostiziert. Erhöhungen der Mieten in einem überdurchschnittlichen Ausmaß konnten in diesem Zeitraum aber nicht festgestellt werden. "Die Anstiege bei den Mieten sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich moderater, trotz der angekündigten Einführung der Mietpreisbremse", so Schick.

Für den IVD-Wohnpreisspiegel 2015/2016 hat der IVD die Wohnungsmarktdaten des zweiten und dritten Quartals 2015 aus 370 deutschen Städten und Kommunen zusammengetragen und ausgewertet.

Die Wertentwicklung bei Eigentumswohnungen zeigt zwar weiter deutlich nach oben, doch bleibt sie hinter den Anstiegen des Vorjahres zurück. Das gilt für Neubauobjekte wie auch für Bestandswohnungen mit mittlerem und gutem Wohnwert. Die ermittelten Kaufpreisanstiege für Eigentumswohnungen lagen im deutschlandweiten Mittel zwischen 4,5 und 5,8 Prozent. Bei Bestandsobjekten fielen die Preisanstiege mit 4,5 Prozent bei mittlerem Wohnwert und 5,0 Prozent bei gutem Wohnwert etwas geringer aus. Die Quadratmeterpreise betragen durchschnittlich 1.138 Euro beziehungsweise 1.521 Euro.

Für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert in Großstädten ab 500.000 Einwohnern müssen Käufer im Durchschnitt 1.825 Euro pro Quadratmeter aufwenden, 6,66 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Preisanstieg ging aber im Vergleich zu 2014 um etwa 2,5 Prozentpunkte zurück. In den kleineren Städten mit unter 30.000 Einwohnern zeigen sich Nachholeffekte bei den Preissteigerungen – der Boom der großen Städte ist jetzt offenbar auch in den Kleinstädten angekommen. Hier stiegen die Preise für Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert im Durchschnitt von 2,5 auf 4,3 Prozent. Auch der Preisanstieg im Neubau erhöhte sich in den kleinen Städten: bei mittlerem Wohnwert von 2,5 auf 4,7 Prozent und bei gutem Wohnwert von 3,6 auf 5,2 Prozent.

"Generell behält die Faustregel Gültigkeit: Je größer die Stadt, desto höher der Preiszuwachs. Die deutschen Großstädte erfahren seit Jahren einen kontinuierlich starken Zuzug. Gleichzeitig ist Wohnraum knapp und die Politik setzt immer neue Fehlanreize, die Neubau verhindern. Dieser Nachfrageüberhang und die inadäquaten wohnpolitischen Interventionsversuche treiben die Preise", so Schick.

Der Mietanstieg bei Bestandswohnungen verlief im Erhebungszeitraum mit im Durchschnitt 2,9 Prozent bei mittlerem Wohnwert bis 2,7 Prozent bei gutem Wohnwert ausgesprochen moderat. Hier zahlen Mieter momentan je Quadratmeter (nettokalt) 5,98 Euro bei mittlerem beziehungsweise 6,89 Euro bei gutem Wohnwert. In den Großstädten ab 500.000 Einwohnern, in denen die Nachfrage das Angebot übersteigt, lagen die Mietsteigerungen mit 4,2 Prozent bei mittlerem Wohnwert entsprechend etwas höher.

Ausnahme unter den Großstädten ist Berlin, wo die relative Preissteigerung trotz des Nachholeffekts und der starken Nachfrage keineswegs am höchsten war. Betrug das Plus in Berlin 5,37 Prozent auf 7,85 Euro pro Quadratmeter, so stiegen die Preise etwa in Köln (7,95 Prozent Anstieg auf 9,50 Euro pro Quadratmeter) oder Düsseldorf (5,88 Prozent Anstieg auf 9,00 Euro pro Quadratmeter) stärker. Nach wie vor deutlich höher sind die Preise in München mit durchschnittlich 12,60 Euro pro Quadratmeter und in Hamburg mit 9,25 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete.

"Die Zahlen belegen, dass die teils hysterisch geführten Debatten um explodierende Mieten kaum ein empirisches Fundament haben. Das aktuelle Mietniveau liegt inflationsbereinigt noch immer unter dem des Jahres 1995", sagt Schick.

Die Neubaumieten stiegen im Erhebungszeitraum um 2,9 Prozent bei mittleren und um 3,3 Prozent im guten Wohnwert. In den deutschen Großstädten, die durch einen starken Nachfrageüberhang gekennzeichnet sind, fiel der Preisanstieg entsprechend höher aus: bei gutem Wohnwert im Durchschnitt um 5,6 Prozent. Die durchschnittliche Nettokaltmiete beträgt in den deutschen Großstädten 12,17 Euro pro Quadratmeter bei gutem Wohnwert. Die Hauptstadt Berlin bildet hier erneut eine Ausnahme. Die durchschnittliche Miete befindet sich im Neubausegment bei gutem Wohnwert mit 12,00 Euro pro Quadratmeter auf durchschnittlichem Niveau, der Preisanstieg fiel mit 11,63 Prozent hingegen überdurchschnittlich aus. Quelle: IVD / pgl

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