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EnBauSa.de-Redakteurin moderiert Diskussionsrunde

EU-Kommissar Oettinger für steuerliche Absetzbarkeit

29.05.2013, 07:30

Silke Thole, Günther Oettinger und Rupert Kubon
Das deutsche Einspeisegesetz für erneuerbare Energien EEG gehört abgeschafft, meint Günther Oettinger. © Südwest-Messe

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat sich im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung auf der Südwest-Messe in Villingen-Schwenningen dafür ausgesprochen, Sanierungsmaßnahmen steuerlich abzugsfähig zu machen. "Die Energiediskussion in Deutschland ist viel zu sehr auf den Bereich Strom fokussiert, die Wärme spielt keine Rolle." Dabei habe Deutschland gerade bei der Wärmedämmung große Erfahrungen. Dieser Markt lasse sich erheblich ankurbeln, indem man die Kosten bei der Einkommensteuer abziehbar macht, sagte Oettinger in einer Diskussion mit EnBauSa.de-Redakteurin Silke Thole. Auch Bürger, Landes- und Regionalpolitiker sowie der Oberbürgermeister der Stadt Villingen-Schwenningen Rupert Kubon nutzten die Gelegenheit, dem Energiekommissar Fragen zu stellen.

Oettinger kritisierte die inkonsistente Energiepolitik in Deutschland. "Wir haben in Deutschland 18 Energiewenden: 16 der Länder sowie eine von Herrn Rösler und eine von Herrn Altmaier", so eine seiner Aussagen, für die er im Publikum Lacher erntete. Das deutsche Einspeisegesetz für erneuerbare Energien EEG, machte Oettinger klar, gehört aus seiner Sicht abgeschafft. "Wir müssen uns beim Thema Energie von der Romantik verabschieden. Eine Fotovoltaikanlage im dunklen Schwarzwald-Seitental ist nicht effizient", so Oettinger. Als Industrieland brauche Deutschland rund um die Uhr verlässliche und bezahlbare Energie.

Wind- und Sonnenenergie könnten das alleine nicht leisten, man brauche zentrale, grundlastfähige Lösungen der Energiegewinnung. Für den EU-Kommissar liegt die Lösung in der europäischen Zusammenarbeit. Deutschland dürfe nicht alleine vorpreschen, es brauche Europa. In Spanien beispielsweise sei die Zahl der Sonnenstunden viel höher als hierzulande. Und auch die bisher einzige Möglichkeit zur Stromspeicherung in Pumpspeichern sei in anderen Ländern Europas sinnvoller.

Der optimale Weg liegt für Günther Oettinger in einem Kompromiss aus dezentraler und zentraler Energieerzeugung. Die neue Form der Erdgasgewinnung Fracking sollte man aus seiner Sicht zumindest erproben. Beim Fracking wird Schiefergas gewonnen, indem in ein Bohrloch ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien gepresst wird, um tiefe Gesteinsschichten aufzubrechen, so dass das darin eingeschlossene Gas entweichen kann. Umweltschützer fürchten, dass dabei das Grundwasser verunreinigt werden könnte. In den USA hat Fracking in großem Stil für deutlich sinkende Gaspreise gesorgt. Von dem zusätzlichen Gasangebot auf dem Weltmarkt dürfte über kurz oder lang auch Europa profitieren. Darauf angesprochen erklärte Oettinger: "Die Haltung, Fracking bei uns abzulehnen und dafür Güter aus anderen Ländern zu importieren, ohne auf den Umweltschutz dort zu achten, finde ich scheinheilig." Quelle: sth

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