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Schneller Überblick über Effizienzpotentiale für Hausbesitzer

Einfache Erstberatung soll Sanierung anschieben

11.11.2009, 08:22

Sanierte Fassade
Schnelle Erstberatung soll zur Sanierung anregen. Bild: KfW/Klevar

Experten sind sich einig: Der Bedarf an energieeffizienter Sanierung im Gebäudebestand ist enorm. Viele Maßnahmen rechnen sich schnell, aber diese Information erreicht Handwerker und Wohnungsbesitzer nicht. Niedrigschwellige Erstberatung soll das ändern.

Eine Erstberatung über Energieeinsparpotentiale muss unkompliziert sein und darf nicht viel kosten. Mit diesem Ansatz arbeiten die Verbraucherzentralen. Fast alle bieten eine Kurzberatung zum Thema Dämmung, Fenster und Heizung im Rahmen einer Energieberatung an, die vom Bund finanziell unterstützt wird. Die Beratung dauert zirka 30 Minuten und kostet 5 Euro.

Mit einem anderen Ansatz geht die Kampagne "Haus Sanieren - profitieren" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vor. Sie bildet Handwerker aus, die ihren Kunden kostenlose Schnelltests anbieten. "Der Unterschied zu anderen Angeboten ist, dass bei unserer Kampagne die Verbraucher aktiv angesprochen werden. Die Handwerker gehen auf sie zu", sagt Katja Cherouny, die für die Kampagne verantwortlich ist.
 

In einem Testbogen bewerten Handwerker die Bauteile vom Dach bis zur Kellerdecke und die Heizungstechnik nach dem Farbschema einer Ampel von rot für sanierungsbedürftig bis grün für "in Ordnung". "Bei älteren Häusern empfehlen wir in der Regel im Anschluss an den Schnelltest eine ausführlichere Energieberatung, bei der auch Maßnahmenpakete geschnürt und Sanierungskosten abgeschätzt werden", erläutert Projektleiter Stefan Rümmele. Die Handwerker können damit Aufträge generieren.

Ähnlich wie beim Angebot der Verbraucherzentrale handelt es sich um eine Erstberatung. Das Angebot richtet sich an Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern. 70.000 Schnelltests wurden bereits durchgeführt, 9.000 Handwerker haben die Schulungen durchlaufen.

In Hamburg gibt es von der Handkwerkskammer organisierte kostenlose Vor-Ort-Beratung rund um das Thema Energieeffizienz inklusive Fördermittelberatung für Handwerksbetriebe. Gefördert wird das Projekt über Mittel des Europäischen Sotzialsfonds und der Hamburger Umweltbehörde.

Einige Bundesländer bieten darüber hinaus eigene weitergehende Gebäudechecks an und bezuschussen diese. Das Land Nordrhein-Westfalen, die dortige Energieagentur und der Westdeutsche Handwerkskammertag  haben einen "Gebäude-Check Energie" im Programm. Auch hier werden die Handwerker ausgebildet und erhalten einen entsprechenden Ausweis. Sie nehmen dann für 77 Euro energierelevante Daten nach einer vorgegebenen Checkliste auf und geben Maßnahmenempfehlungen. Von diesen 77 Euro trägt das Land Nordrhein-Westfalen 52 Euro aus landeseigenen Fördermitteln. Der Gebäudeeigentümer zahlt 25 Euro. Untersucht werden Gebäude, die vor 1980 fertig gestellt wurden und weniger als sechs Wohneinheiten haben. 1.650 Handwerker sind für den Gebäudecheck geschult.

In Baden-Württemberg gibt es ebenfalls Infrastrukturen für weitergehende Energiesparberatungen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es den Energiesparcheck. Dabei gibt der Energieberater einen Überblick über den energetischen Zustand des Hauses und berechnet, welche Maßnahmen wie viel Energie einsparen können. Die Beratung wird mit 100 Euro bezuschusst, für den Hausbesitzer fällt dieselbe Summe an. Der Energiesparcheck gilt als Nachweis bei der Beantragung von KfW-Darlehen.

Umfangreicher  ist die Vor-Ort-Beratung, die auch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst wird. Sie darf nur von qualifizierten Energieberatern durchgeführt werden. Der  Energieberater berechnet zusätzlich die Wirtschaftlichkeit der Sanierungsmaßnahmen und nennt Fördermöglichkeiten. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es einen Zuschuss von 300 Euro, für Mehrfamilienhäuser 360 Euro. Ende September 2009 hat der Bund die finanziell geförderte Vor-Ort-Beratung bis 2014 verlängert. Auch Mieter können die Beratung in Anspruch nehmen, wenn ihr Vermieter damit einverstanden ist.

Fachkundige und unabhängige Energieberater finden Hausbesitzer beispielsweise bei den EnBauSa-Inhaltepartnern Verband der Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker GIH und Europäischer Verband der Energie- und Umweltschutzberater EVEU. Weitere Anlaufstellen sind Architekten- und Handwerkskammern, das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN und örtliche Klimaschutzagenturen. pgl

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