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Energie für Bauprodukte und Anlagen soll mit einfließen

DGNB will Neuausrichtung der EnEV

09.05.2016, 09:42

Energieausweis
Bei der Energiebilanz eines Hauses soll die graue Energie der Baustoffe einbezogen werden, so die DGNB. © Fotolia /A. Raths

Während die Anforderungen früherer EnEV-Versionen aufgrund der stetigen Weiterentwicklung von baulichen Konzepten und Technologien angemessen umgesetzt werden konnten, zeige sich vor allem in der EnEV-Novellierung zum 1. Januar 2016, dass eine ausschließliche Fokussierung auf die Einsparung der Betriebsenergie von Gebäuden nicht mehr zielführend sei, so die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Insbesondere werde das große Potenzial der gebauten Umwelt hinsichtlich des Erreichens der Klimaschutzziele der Bundesregierung bei weitem nicht ausreichend ausgeschöpft – etwa mit Blick auf die Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase.

Daher fordert die DGNB eine Neuausrichtung und Weiterentwicklung der EnEV im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise von Gebäuden. Der Fokus einer zukünftigen EnEV solle über die Betrachtung des Primärenergiebedarfs auf den Aufwand für die Herstellung der im Gebäude eingesetzten Bauprodukte und technischen Anlagen (graue Energie) in die Bilanzierung einbezogen werden. Mit Hilfe von Ökobilanzierung und Lebenszykluskostenrechnung ließen sich die weiterreichenden Umweltwirkungen und Gesamtkosten von Gebäuden erfassen und bewerten. Erst auf dieser Basis werde eine umfassende und zielgerichtete Optimierung von Einzelgebäuden möglich.

Ein großer Vorteil einer so neu ausgerichteten EnEV bestehe darin, dass es Bauherren und Planern völlig offen bleibe, mit welchen Konzepten und Technologien die gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Perspektivisch spricht sich die DGNB dafür aus, die Begrenzung der EnEV auf Einzelgebäude zu hinterfragen und die Schnittstellen und Vernetzung zum Stadtquartier oder zur Liegenschaft zu definieren. Wenn Zielsetzungen im Rahmen des Klimaschutzes nicht mehr für das einzelne Gebäude, sondern für ein Quartier formuliert werden, könne ein begründeter Spielraum geschaffen werden, der etwa die baukulturelle Bedeutung von denkmalgeschützten Gebäuden berücksichtigt.

"Die Weiterentwicklung der EnEV sollte als Chance begriffen werden, um das Blickfeld und damit die Möglichkeiten zu erweitern sowie die Zielsetzung hinsichtlich des Klimaschutzes zu schärfen", so der Verband. Der Prozess einer Neuformulierung bietet die große Chance, die EnEV nicht nur als Verwaltungsinstrument für Regelungsnachweise weiterzuentwickeln, sondern auch als Werkzeug zur Projekt- und Planungsunterstützung im oben genannten Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung. Die DGNB hat Zertifikate entwickelt, die eine lebenszyklusorientierte Betrachtung ermöglichen.

Laut Angaben des Verbands sind bislang 1.000 Gebäude zertifiziert. Seit 2013 gibt es auch Zertifikate für kleine Wohngebäude unter sechs Wohneinheiten. In der Mehrzahl handelt es sich bei den DGNB-Zertifikaten um Auszeichnungen für Nichtwohngebäude. Quelle: DGNB / pgl

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