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Multimedia-Reportagen stellen die Sanierungsgeschichten vor

Denkmal mit Katze siegt im Wettbewerb Sanierungshelden

26.06.2016, 09:00

Haus von Christine und Oliver Schikora
Dieses Denkmal erhielt den ersten Preis im Wettbewerb Sanierungshelden. © Silke Thole

Spannende Geschichten rund um vorbildlich sanierte Häuser waren beim Dena-Wettbewerb Sanierungshelden gefragt. Als Sieger unter den mehr als 100 Einreichungen konnten sich in der Kategorie Komplettsanierung Christine und Oliver Schikora mit ihrem denkmalgeschützten Haus im fränkischen Münnerstadt durchsetzen. In der Kategorie Heizung und Erneuerbare Energien hat sich Kai Dehler aus dem nordrhein-westfälischen Odenthal den ersten Platz gesichert. Auch in der Rubrik Dämmung und Fassade ging der erste Platz nach Nordrhein-Westfalen an Familie Deickert aus Bochum. Als einzige ostdeutsche Preisträger konnten sich Kai-Thorsten Buchele und sein Energieberater Thomas Langer aus Leipzig in der Kategorie "Mein Energieberater und ich" behaupten. EnBauSa.de hat den Wettbewerb als Medienpartner begleitet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kamera und Mikrofon zu Hause besucht. Entstanden sind 10 Multimedia-Reportagen.

Das preisgekrönte Haus von Christine und Oliver Schikora im Zentrum von Münnerstadt stand lang leer. Das bedauerten besonders deshalb viele Menschen, weil das Gebäude Teil des jährlich stattfindenden Heimatspiels im Ort ist. Das Haus aus dem 17. Jahrhundert war heruntergekommen und äußerst baufällig.

Viele hätten sie für verrückt erklärt, als sie von dem Plan der Eheleute erfuhren, das riesige Fachwerkhaus zum Niedrigenergiehaus zu machen, erzählt Christine Schikora. Dazu kamen die Auflagen des Denkmalschutzes. Innendämmung war notwendig, um die historische Fassade zu erhalten, neue Kastenfenster nach historischem Vorbild und gute Dämmung des Dachs.

Im Inneren haben die Schikoras mit enormem persönlichen Aufwand alte Böden und Decken erhalten und die Wände mit dem ursprünglich vorhandenen Lehmputz versehen, um den Charakter des Hauses zu erhalten. "Bei 8.000 Stunden Eigenleistung habe ich aufgehört mitzuzählen", so Oliver Schikora.

Während der Sanierungsarbeiten stießen sie immer wieder auf Zeugnisse der Geschichte wie die Flaschenpost einer Jungs-Bande aus dem 19. Jahrhundert oder eine mumifizierte Katze. 

Der zweite Platz in dieser Kategorie ging an die Bochumer Familie Wetterich. Sie hat das Haus aus dem 19. Jahrhundert, das seit Generationen in Familienbesitz ist, durch eine Rundum-Sanierung zukunftsfähig gemacht. Sogar das Dach wurde dafür geändert, wo früher ein Satteldach war, ist jetzt eine geräumige Terrasse.

Der dritte Platz ging an Familie Nusser aus Stuttgart. Besonders spannend ist die Tatsache, dass die Familie das Haus aus den 70er Jahren zu einem Plusenergiehaus umgestaltet hat. Den Energiebedarf decken Solarthermie, Photovoltaik und ein Eisspeicher. Als Energiepuffer dient ein Eisspeicher, der vor dem Haus vergraben ist.

Kai Dehler, erster Preisträger im Bereich Heizung, zog als Lehrer mutig in ein Haus am Waldrand, das in der Annonce als "Haus für Handwerker" angepriesen wurde. Was er denn mit dem "Papphaus" wolle, meinte der Heizungsbauer. Schritt für Schritt hat Dehler modernisiert, er heizt mit einer Kombination aus Pellets und Solarthermie. Der Energieverbrauch ist durch die Modernisierung um zwei Drittel gesunken, so Dehler.

Platz zwei ging an Markus Kästle aus Neuenstein. "Mein Lieblingsplatz im Haus ist der Heizungskeller", hatte er in seiner Bewerbung als Sanierungsheld geschrieben. Er bringt die fünf Wärmequellen Brennstoffzelle, Holz, Solarthermie, Wärmepumpe und Gasbrenner für die Restlast in seinem Heizkonzept unter einen Hut.

Platz drei belegte die Familie Schwab aus Weil der Stadt mit ihrem Haus aus den 50ern. Sie heizen mit einer Wärmepumpe. Spannend auch für die Nachbarn war deren Installation: Bei der Bohrung wurde unerwartet eine Wasserader getroffen, mit Feuerwehrschläuchen musste die Flut gebändigt werden.

In der Rubrik Dämmung und Fenster belegte die Bochumer Familie Deickert den ersten Platz. Sie hatten mit der Rundum-Sanierung ihres Hauses alle Hände zu tun. Geholfen hat ein Schatz: Eine bis dahin unbekannte Frau bot an, sich um die beiden Kinder zu kümmern, damit die Eltern sich auf die Sanierung konzentrieren können. Entstanden ist eine tiefe Freundschaft.

Der zweite Platz ging an Familie Greising aus Immenstadt. Über 100 Jahre hat ihr Haus im Allgäu bereits auf dem Buckel, die Sanierung unter Leitung des Sohnes Alexander hat das Haus zukunftsfähig gemacht. Ziel war nicht nur die Senkung des Energiebedarfs, sondern auch eine andere Erschließung, um die Stockwerke einzeln nutzen zu können.

Den dritten Platz belegte die studentische Wohngemeinschaft Apfel-WG aus Erlangen. Mit den neuen Fenstern hat sich die Wohnqualität erhöht, die Heizkosten werden deutlich niedriger sein.

Kai-Thorsten Buchele und sein Energieberater Thomas Langer, die den ersten Preis in der Kategorie "Mein Energieberater und ich" erhalten haben, standen vor einer kniffligen Aufgabe: Ein verwinkeltes Haus mit Bauteilen aus drei Epochen sollte zum bezahlbaren Zuhause für die fünfköpfige Familie werden. Buchele wurde zum Selbermacher, er hat bei den entscheidenden Bauabschnitten selbst mit Hand angelegt um zu wissen, wie es gemacht wurde. Thomas Langer hat diesen Bauprozess unterstützt und begleitet.

Unter Zeitdruck stand Familie Jacobi vor dem Einzug: Töchterchen Emma Estelle wartete im Bauch der Mutter geduldig, bis die Sanierung abgeschlossen war. Die gute Planung und Koordination der Energieberaterin und Architektin Gudrun Langmack sorgte dafür, dass die Sanierung innerhalb weniger Monate abgeschlossen war. Drei Tage nach Sanierungsende kam Emma zur Welt.

Eine Herausforderung war auch die Umgestaltung des Schwarzwaldshofs im malerischen Attental, die sich Peter Stoll und sein Energieberater Volker Winkelhahn vorgenommen hatten. Der 300 Jahre alte Hof wurde vor dem Verfall bewahrt und behutsam saniert. von Pia Grund-Ludwig

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