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"Energiestandards angesichts der Zuwanderung aussetzen"

Bau-Bündnis fordert Moratorium der EnEV 2016

16.09.2015, 16:41

Ingeborg Esser, GdW
Ingeborg Esser, GdW, will EnEV aussetzen. © A. Morhart

Die für 2016 geplante Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) soll für mindestens fünf Jahre auf Eis gelegt werden - das fordert ein Bündnis von elf Organisationen aus der Bau- und Wohnungsbranche. Damit soll auf die seit 2009 stark erhöhte Zuwanderung nach Deutschland reagiert werden, die aktuell noch einmal angestiegen ist. Ohne den Druck eines um 25 Prozent geringeren Primärenergiebedarfs nach der EnEV 2016 könne man deutlich billiger bauen. Umweltverbände widersprechen in ersten Reaktionen.

In der Einladung des "Verbändebündnisses sozialer Wohnungsbau" zum Pressegespräch hatte es lediglich geheißen: "Wohnungsbedarf in Deutschland steigt drastisch", und auch in den Unterlagen, die bei der Veranstaltung am Dienstag ausgeteilt wurden, findet sich kein Hinweis auf das Thema Energie. Doch nachdem Vertreter aus Bau- und Immobilienwirtschaft, Industriegewerkschaft Bau, Mieterbund und Architektenbund einen "Neustart des sozialen Wohnungsbaus" und zusätzliche Steuervergünstigungen für den Wohnungsbau privater Investoren angemahnt hatten, wurden die Vortragenden auf Nachfrage auch zum Thema Baustandards deutlich.

"Aussetzung der EnEV für den kompletten Neubau"

Für den Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) forderte Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser "eine Aussetzung der EnEV 2016 für den gesamten Neubau". Demnach soll der heutige Wärmestandard für alle neuen Wohngebäude beibehalten werden - also nicht nur für einen vom Verbändebündnis verlangten staatlich geförderten Bau von Wohnungen. Fünf Jahre soll das Moratorium dauern, so dass es keinen Widerspruch zu den EU-Vorgaben ab 2021 gebe. Diese Zeit solle nach Hans-Georg Wagner, Präsident des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) genutzt werden um zu prüfen: "Was erzielt die EnEV eigentlich für Wirkungen?"

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

herbert stapff - 22.09.2015, 14:32

Ich unterstütze bewusst als Energieberater ausdrücklich die Wünsche nach einem Moratorium der EnEV 2016. Grund dazu ist aber nicht die Flüchtlingsproblematik - und das geht aus dem Artikel sehr gut hervor -, sondern die immer höher werdenden Anforderungen, die bisweilen schon als überzogen tituliert werden können. Niemand weiß, ob die Berechnungen nach 18599 oder 4108 oder ... überhaupt einen Sinn machen. Viele Vorgaben der EnEV-Tabellen scheinen willkürlich und den Wünschen der Dämmstoff- und Ziegelindustrie entsprochen. Jetzt sind die Heizungen dran, die auf einmal nicht mehr den rechnerischen Vorgaben entsprechen sollen?
Immer mehr bauen ohne KfW-Mittel, weil deren Anforderungen nicht mehr einzuhalten sind. Dass es auch anders geht, beweisen tagtäglich viele Häuslesbauer. Fragen Sie mal nach, wer von den EnEV-Befürwortern in einem Niedrigenergiehaus wohnt oder nur ein Mieter ist, der Forderungen an den Hausbesitzer stellt?
Aber unsere Politiker, die schon sehr lange nichts mehr verantworten, weil ihre Köpfe tief im Sand stecken, machen einfach weiter. Deutschland rettet die Welt, wenn es sein muss, auch ganz allein und in jeglicher Hinsicht.

 

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