RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Finanzierung » Aktuelles » Artikel » BAFA-Förderung ist im ersten Quartal eingebrochen

Seit einigen Monaten zieht die Nachfrage wieder an

BAFA-Förderung ist im ersten Quartal eingebrochen

18.04.2011, 06:19

Montage einer Pellet-Heizung
Das BAFA vermeldet einen historischen Tiefststand bei MAP-Zuschüssen. © KWB

In den ersten drei Monaten des Jahres 2011 sind beim BAFA so wenig Anträge wie noch nie zuvor auf Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm eingegangen. "Die Zahlen für die ersten drei Monate 2011 sind kaum zu glauben. Das ist ein Minusrekord, den wir so noch nie hatten", sagte ein Sprecher des BAFA gegenüber EnBauSa.de.

Die Zahlen im Einzelnen: 2011 wurden beim BAFA in den ersten drei Monaten insgesamt 8.200 Anträge zum Marktanreizprogramm gestellt. Es gab 4.077 Anträge für Solarkollektoren, 2.322 Anträge für Biomasseanlagen, 1.476 für Wärmepumpen und 325 Anträge für innovative Anwendungen und Visualisierungsmaßnahmen. Die Fördersumme für diese Anträge beläuft sich auf rund 14,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im schon schwankenden Jahr 2010 mit einer Unterbrechung von mehr als sechs Wochen durch einen Mittelstopp und eine Verschärfung der Richtlinien Mitte des Jahres wurden für 145.891 Anlagen Fördermittel in Höhe von gut 235 Millionen Euro ausgezahlt. Es waren 87.115 Solarkollektoranlagen, 34.094 Biomasseanlagen, 23.138 Wärmepumpenanlagen und 1.544 sonstige Anlagen.

"Da der Absatz von Solaranlagen, Holzkesseln und Wärmepumpen im zweiten Halbjahr 2010 bescheiden war, spiegelt sich dies nun in den aktuellen BAFA-Zahlen wider", sagte Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik. Der Markt für Solaranlagen und Wärmepumpen habe aber im ersten Quartal 2011 wieder angezogen. "Ich gehe davon aus, dass sich dies spätestens ab Juli 2011 auch in den gestellten Anträgen beim BAFA bemerkbar macht", so Breidenbach weiter.

Optimistisch für die kommenden Monate ist auch Martin Bentele vom Deutschen Pellet-Institut. Die Unternehmen sähen den diesjährigen Markt allesamt sehr positiv und zuversichtlich, berichtete er. "Bei einer aktuellen Zusammenkunft der Kesselhersteller im DEPV war die einhellige Meinung 20 bis 30 Prozent Zuwachs. Man muss allerdings sehen, dass dies von einem niedrigen Niveau aus passiert", so Bentele weiter. " Impulse sollten auch durch die verbesserten Förderbedingungen in der neuen Richtlinie kommen", ergänzte Breidenbach. Im März hat das Bundesumweltministerium die Förderrichtlinien geändert. Eine Beschränkung  einiger Maßnahmen auf das Jahr 2011 soll für schnelles Handeln sorgen, vor allem bei Wärmepumpen sind die Richtlinien weniger streng.

 

Bei Solarkollektoren gibt es eine befristete Erhöhung der Basisförderung für Solarkollektoren zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung auf 120 Euro pro Quadratmeter bis 30. Dezember 2011. Danach beträgt die Förderung wieder 90 Euro. Der bisher befristete Kesseltauschbonus wird unbefristet verlängert, aber degressiv ausgestaltet. Der Bonus beträgt 600 Euro bis zum 30. Dezember 2011, danach 500 Euro. Der Kombinationsbonus für Solarthermie plus Wärmepumpe oder Solarthermie plus Biomasse beträgt bis 30. Dezember 2011 ebenfalls 600 Euro, danach 500 Euro.

Bei den Biomassekesseln kommt es zu einer Wiedereinführung der Förderung von emissionsarmen Scheitholzvergaserkesseln. Diese müssen als Fördervoraussetzung einen Staubemissionswert von maximal 15 Milligramm pro Kubikmeter einhalten. Dieser Wert lehnt sich an die erst ab 2017 geltenden Emissionsgrenzwerte nach der Stufe 2 der 1. BImSchV an. Die Förderung beträgt pauschal 1.000 Euro. Alle bisherigen Förderungen bei Pellet-Öfen mit Wassertasche, Pellet-Kesseln und Holzhackschnitzelanlagen bleiben unverändert.

Bei Wärmepumpen sind die technischen Förderanforderungen überarbeitet. Die geforderten Jahresarbeitszahlen wurden abgesenkt. Bei der Förderung für Wärmepumpen wird auf die erzeugte Wärmeleistung umgestellt. "Das bisherige Förderniveau bleibt in etwa erhalten", so das Bundesministerium für Umwelt. Große Wärmepumpen werden neu in die KfW-Förderung aufgenommen.

Von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner