Familien bauen immer weniger

Wohnungsneubau war 2009 stark rückläufig

Der Wohnungsneubau ist 2009 um über 10 Prozent zurückgegangen. Mittelfristig ist vor allem der Mehrfamilienwohnungsbau rückläufig.

Das Statistische Bundesamt hat Zahlen zum Wohnungsneubau 2009 vorgelegt. Danach wurden  2009 insgesamt 137.000 Neubauwohnungen fertig gestellt. Das sind 10,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders drastisch war der Rückgang im Ein- und Zweifamilienhausbereich: Die Fertigstellung von Einfamilienhäusern ging um 12,4  Prozent und die von Wohnungen in Zweifamilienhäusern um 15,2 Prozent zurück. In Mehrfamilienhäusern betrug der Rückgang 5,8  Prozent. Im langjährigen Vergleich zeigt sich ein anderes Bild: Danach ist der Mehrfamilienhausbau mit einem Minus von 84 Prozent gegenüber 1995 besonders stark eingebrochen. "Die vom Statistischen Bundesamt zu den Baufertigstellungen 2009 veröffentlichten Zahlen sind katastrophal und zeigen, dass über Jahre der Wohnungsbau geradezu stiefmütterlich behandelt wurde," kommentiert der Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes Felix Pakleppa die Zahlen. Seit 1995, als mit knapp 603.000 Wohneinheiten ein Höchststand im Wohnungsbau erreicht worden war, ging die Zahl der jährlich fertig gestellten Wohnungen um mehr als 74 Prozent zurück. 2009 wurde der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. "In den vergangenen Jahren kamen deutlich weniger neue Wohnungen auf den Markt, als tatsächlich benötigt würden. Daher fordern wir zum Beispiel die Wiedereinführung der degressiven Afa im Mietwohnungsbau", so Pakleppa weiter. Die Verbesserung der Abschreibungsmöglichkeiten beim Wohnungsbau erhöhe die öffentlichen Einnahmen, sagt der Verband und beruft sich dabei auf die Studie "Wohnungsbauinvestitionen und Staatliche Haushalte" des Pestel-Instituts. Bereits ein Plus von 4.600 Wohneinheiten gegenüber dem aktuellen Bauniveau generiere ein Plus an öffentlichen Einnahmen. pgl

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