WWF spricht von Vorreiterrolle, DNR von Ausbremsen

Umweltschützer uneins über Regierungspolitik

Die Politik zur Gebäudesanierung der Regierung stößt auf geteiltes Echo. Bild: CDU

Lob und Tadel erhält die Bundesregierung im Vorfeld des Klimagipfels in Kopenhagen von Umweltschützern für ihre Initiativen zur energetischen Gebäudesanierung. Mit Top-Noten zeichnet sie der WWF in einer Studie im internationalen Vergleich aus. Deutschland blockiere wichtige Neuerungen im Rahmen der Verhandlungen zur Gebäuderichtlinie auf Ebene der Europäischen Union, moniert dagegen Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzrings.

In einer groß angelegten Studie hat der WWF Klimaschutzmaßnahmen der G-20-Staaten untersucht. Dabei haben das deutsche Gebäudesanierungsprogramm und das Erneuerbare Energien Gesetz die Plätze eins und zwei im Ranking belegt. Seit der ersten EnEV habe sich der Energiebedarf im Neubau durch die Energieeinsparverordnungen von 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr  (kWh/m2a) auf die Hälfte reduziert, so die Wissenschaftler. Bei sanierten Bestandsgebäuden sei er auf 80 kWh/m2a gesunken.

Besonders gut kommt in der Bewertung das Marktanreizprogramm weg. Das Marktanreizprogramm ist am 1. März 2009 in Kraft getreten und belohnt den Umstieg auf Erneuerbare Energien. Ein Euro an Fördermittel habe hier 12 Euro an Investitionen angestoßen, schreiben die Forscher.

Gute Noten hat in der Studie auch das EEG bekommen. Es habe 2008 dazu geführt, dass 56 Tonnen CO2 eingespart worden sind. Das entspreche immerhin 7,5 Prozent der Emissionen der Bundesrepublik.

Kritischer beurteilt der Deutsche Naturschutzbund (DNR) die Politik der Bundesregierung. Er wirft ihr vor, auf europäischer Ebene eine Bremserrolle einzunehmen und Vorschläge der EU-Kommission für eine Einbeziehung des Gebäudebestands in Energieeffizienzmaßnahmen zu blockieren. "Unter anderem weist die Bundesregierung den Vorschlag zurück, Ziele für den Anteil an Niedrig- und Nullenergiehäusern im Gebäudebestand einzuführen", sagt der Verband. Auch die Anregung, zwei Instrumente zu wählen, um die CO2-sparende Sanierung zu fördern, lehne die Bundesregierung mit dem Verweis auf bestehende Programme ab.

"Die Träger öffentlicher Gebäude sollten bei der Energieeffizienz mit gutem Beispiel vorangehen und die Empfehlungen des Energieausweises umsetzen", fordert Verbandschef Hubert Weinzierl weiter. Nach einem Vorschlag des Europäischen Parlaments sollten Schulen, Krankenhäuser, Stadtbibliotheken und Jugendtreffs eine Vorbildfunktion einnehmen. "Deutschland tritt bei den Verhandlungen zur Gebäuderichtlinie gegen diese Neuerung ein", so der DNR.  pgl

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