Verwendung von HBCD schränkt Recyclingmöglichkeiten ein

Studie: Entsorgung von Polystyrol-WDVS beherrschbar

Studie empfiehlt bei Polystyrol-WDVS Aufdoppelung statt Rückbau. © Sto

Eine Studie ergibt bei der Entsorgung von WDVS Entwarnung, die derzeitigen Kapazitäten reichten noch für Jahrzehnte.

In einer aktuellen Studie, die im Rahmen der Antragsforschung der Initiative Zukunft Bau des BBSR entstanden ist, haben das Fraunhofer-Institut für Bauphysik und das FIW München die Möglichkeiten zur Verwertung ausgedienter WDVS-Komponenten umfassend untersucht. Das wichtigste Ergebnis: Entsorgungsprobleme seien nicht zu erwarten.

Die Autoren des Papiers berechneten unter anderem die zu erwartenden Mengen rückgebauter Wärmedämmverbundsysteme und analysierten mehrere Methoden für Rückbau und Verwertung. Ihr besonderer Fokus lag aufgrund der Marktdurchdringung dabei auf Systemen mit EPS (expandiertes Polystyrol). Das Fazit der Wissenschaftler: Aufgrund der Lebensdauer der WDV-Systeme erster Generation sind die aktuellen Rücklaufmengen sehr gering. Die zu verwertenden Mengen seien auch bis 2050 mit der bestehenden Infrastruktur etwa von Müllheizkraftwerken gut beherrschbar.

Als Handlungsempfehlung raten die Fachleute zur Aufdoppelung anstatt zur Entfernung der Dämmung. Beim Rückbau sei die Verbrennung in den nächsten Jahrzehnten die Methode der Wahl. Durch die Gefahreneinstufung des bei WDVS in der Vergangenheit verwendeten Flammschutzmittels HBCD würden die Recyclingmöglichkeiten eingeschränkt.

Die Studie empfiehlt einen starken Fokus auf die Entwicklung neuer Befestigungstechnik für den leichteren Rückbau zu legen und das Thema Aufdoppelung technisch voranzutreiben. Quelle: Fachverband WDVS / pgl

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Kommentare (1)

  1. Hans-Peter Schmitt am 10.02.2015
    Was sagen den die Kollegen vom Fraunhofer IVV dazu, wenn Verbrennung die Methode der Wahl ist? Ich dachte das Polymer-Recycling würde auch mit EPS funktionieren.

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