Erste Pilotprojekte soll es bereits nächstes Jahr geben

Schweizer haben Aerogel-Dämmung bis 2013 fertig

Die Schweizer Forschungsanstalt Empa hat einen Dämmputz auf Basis von Aerogelen entwickelt. Er soll 2013 auf den Markt kommen.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt der Schweiz (Empa) hat einen Dämmputz entwickelt, der mit Aerogelen dreimal besser isolieren soll als herkömmlicher Dämmputz. Winzige Luftporen sorgen für geringen Wärmetransport. Die Wärmeleitfähigkeit geben die Schweizer mit weniger als 30 mW/mK an. Der Verputz soll im Jahr 2012 in Feldversuchen getestet werden und 2013 auf den Markt kommen. Er ist vor allem für alte Gebäude gedacht, da er historischen Baumaterialien aufgrund seiner mineralischen Basis optisch und verarbeitungstechnisch sehr nahe kommt und ist sowohl für Innen- und Außensanierungen einsetzbar. Das Produkt lässt sich mit der Verputzmaschine aufspritzen. Neben der geringen Wärmeleitfähigkeit ist ein weiterer Vorteil die Fähigkeit, wasserdampfdurchlässig und wasserabweisend zu wirken. Der neue Dämmputz lässt deutlich mehr Wasserdampf durch als herkömmlicher Putz, ohne dass er selbst nass wird. Mit-Entwickler Thomas Stahl: "Durch die poröse Struktur des Aerogels ist der Verputz zwar für Wassermoleküle durchlässig – für makroskopische Wassertropfen sind die Nano-Poren jedoch viel zu fein." Erste Gebäude sollen ab Mitte 2012 versuchsmäßig verputzt werden. Die Mehrkosten für dieses innovative Material gegenüber herkömmlichen Dämmputzen dürften sich je nach Dicke auf etwa 50 bis 100 Franken pro Quadratmeter belaufen. Die Schweizer sind aber nicht die einzigen, die Aerogele verarbeiten. In Deutschland hat bereits ein Dämmstoff auf Aerogel-Basis die Bauzulassung als Kerndämmstoff erhalten. Er soll vor allem bei zweischaligem Mauerwerk eingesetzt werden. Rockwool wird auf der Bau 2011 seine Aerowolle zeigen, die ebenfalls mit Aerogelen arbeitet. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im Rahmen von Forschungsarbeiten einen Leichtbeton mit Aerogelen entwickelt, der gute Eigenschaften hinsichtlich Wärmeleitfähigkeit, Dichte und Dämmeigenschaften haben soll. pgl

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