Hausbesitzerverband gegen geplante Verschärfungen

"Null-Emission zwingt Eigentümer zum Abriss"

Sanierungen zum Null-Emission-Haus sind für Besitzer teuer. Bild: Dena

Der Hausbesitzerverband Haus und Grund wehrt sich gegen Pläne der Bundesregierung, bei der Sanierung mittelfristig den Null-Emissions-Standard einzuführen.

Vor dramatischen Auswirkungen der im Klimakonzept der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnahmen zur Gebäudesanierung warnt der Hausbesitzerverband Haus & Grund Deutschland. "Der von der Bundesregierung für den Gebäudebestand geplante Standard Null-Emission wird viele Eigentümer langfristig dazu zwingen, ihre Häuser abzureißen", so dessen Generalsekretär Andreas Stücke.

Der Verband wies darauf hin, dass knapp 30 Millionen Wohnungen in Deutschland vor Inkrafttreten der Ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1977 gebaut wurden. Diese Wohnungen nach den heute gültigen energetischen Anforderungen zu sanieren, sei für das Gros der Eigentümerinnen und Eigentümer nicht zu bezahlen. Der Verband schätzt die Kosten der Sanierung eines Einfamilienhauses aus dem Jahr 1970 mit einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern nach heutigen Standards auf etwa 70.000 Euro.

Eine Sanierung in Richtung Null-Emission erhöhe die Kosten noch einmal um mindestens 20.000 bis 30.000 Euro, da zusätzlich beispielsweise eine Solaranlage sowie eine Wärmepumpe installiert werden müssten. "Selbst wenn die Öl- und Gaspreise durch die Decke schießen, werden sich diese Investitionen für die Eigentümer nicht rechnen", sagt Stücke.

Ginge es nach Plänen des Bundesumweltministers Norbert Röttgen, sollen künftig unter anderem die Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern nicht mehr von der Nachrüstungspflicht für ältere Gebäude ausgenommen werden. Das berichtete das Handelsblatt am 21. August 2010. Ähnliches wird auch schon für die Bauordnungen einzelner Städte wie Hamburg oder Berlin diskutiert.

Der Energieberaterverband Europäischer Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) kritisiert diese Maßnahme. Vor allem der Zeitpunkt der Ankündigung stößt dem Verband sauer auf, lief doch zum 30. August auch die Förderung elementarer Programme der KFW aus. Da ein geringer Energieverbrauch und Kostenoptimierung sowieso im Interesse von Eigenheimbesitzern liege, sei es unsinnig, diese durch neue Regelungen zu erzwingen. pgl

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