Schnellere Anpassung mit Gleitklauseln ist notwendig

Materialkosten könnten Baupreise pushen

Vor allem die Metallpreise steigen stark. Das führt zu Risiken bei der Preiskalkulation in der Baubranche.

Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Michael Knipper warnt für die Baubranche vor unkalkulierbaren Risiken aufgrund steigender Materialpreise: "Mit der Belebung der Weltkonjunktur rollt eine neue vom Ausland getriebene Baumaterialpreiswelle auf die deutsche Bauwirtschaft zu. Wie schon vor zwei Jahren stehen die Unternehmen vor dem Problem, unkalkulierbare Risiken in ihre Angebote einpreisen zu müssen."

Die Preise für Metalle waren im Juli 2010 im Vorjahresvergleich um mehr als 19 Prozent gestiegen. Breitflachstahl hatte sich binnen Jahresfrist um 24 Prozent verteuert, Betonstahl sogar um fast 44 Prozent. "Stark schwankende Rohstoffpreise dürfen nicht zu einem Risiko für den noch labilen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland werden", warnte Knipper.

Der Hauptverband stehe deshalb im Gespräch mit der Bundesregierung über eine grundlegende Reform der Stoffpreisgleitklauseln. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass bei Verträgen Klauseln vereinbart werden dürfen, die bei steigenden Materialpreisen Nachforderungen möglich machen. Im Bau müssen die bislang beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung angemeldet werden. Das hätte sich als zu aufwändig und zu langwierig erwiesen.

Die angestrebte Reform sollte zugleich als Vorbild für ähnliche Regelungen mit Ländern und Kommunen, aber auch mit privaten Auftraggebern dienen. Knipper: "Die Baupreise sind in den vergangenen 12 Monaten nur leicht gestiegen. Spielräume, die Stoffpreisschwankungen über Baupreiserhöhungen aufzufangen, bestehen in der auch weiterhin angespannten Wirtschaftslage derzeit nicht." 117Pia Grund-Ludwig

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