TU Darmstadt hat die Ökobilanz ermittelt

Lichtaktiv-Haus ist nach 26 Jahren CO2-neutral

Die Öko-Bilanz des Lichtaktiv-Hauses hat die TU Darmstadt erstellt. Danach ist die CO2-Last aus Neubau und Konstruktion nach 26 Jahren abgetragen.

Die Technische Universität Darmstadt hat die Ökobilanz des von Velux als Beitrag zur IBA in Hamburg konzipierten Lichtaktiv-Hauses erstellt. Das Ergebnis: nach 26 Jahren ist das Haus CO2-neutral. Die Emissionen für Herstellung über den Betrieb und die Instandhaltung bis zur Entsorgung der Gebäudekonstruktion sind dann neutralisiert. Damit habe das Haus geringere Umweltwirkungen als ein vergleichbares DGNB-Referenzgebäude. Die Nutzung der vorhandenen Primärstruktur des Bestandsgebäudes, die nicht mehr errichtet werden muss und deshalb ohne Umweltwirkung in die Bilanz eingeht, sowie die Ausführung des Neubaus als Holzbau sind ausschlaggebend für die gute Öko-Bilanz.

Umgebaut wurde ein Siedlerhaus aus den 50er Jahren. Die Modernisierung eines Bestandsgebäudes hat sich als vorteilaft gegenüber einem Neubau erwiesen, auch wenn wie bei dem Hamburger Haus zusätzlich ein Erweiterungsbau errichtet wird. Das Haus deckt seinen gesamten Energiebedarf mit erneuerbaren Energien und produziert im Betrieb mehr Energie, als von seinen Bewohnern und dem Gebäude selbst theoretisch verbraucht wird - vermeidet also mehr CO2-Emissionen, als es selbst durch den Verbrauch von Strom für Heizung und Warmwasser verursacht.

Das Projekt ist Teil eines Vorhabens des Dachfensterherstellers Velux, der europaweit sechs  Modellhäuser unter dem Titel Model Home 2020 erstellt. Sie sollen sich durch optimierte und kontrollierte Tageslichtnutzung, den reduzierten Einsatz künstlicher Beleuchtung und die Nutzung solarer Energieeinträge auszeichnen.

Das Konzept des Lichtaktiv-Hauses ist modularisiert und soll mit unterschiedlich hohen Budgets realisiert werden können. Ein Basismodul sieht einen Neubau vor, bei dem nur die Hülle saniert wird. Das ist ein Konzept, das beim angebauten Nachbarhaus des Lichtaktiv-Hauses realisiert wird. Es soll auch einen Vergleich zwischen Minimalanpassung und Komplettsanierung erlauben. In einem etwas umfangreicheren zweiten Modul erfolgt die Entkernung, damit die Enge der Siedlerhäuser aufgehoben werden kann. Im dritten Modul wird ein im Vergleich zum jetzigen Modellhaus verkürzter Neubau erstellt.

In einer Basisvariante ist der Umbau demnach für 145.000 Euro möglich, bei dieser Ausführung wird die bestehende Gebäudesubstanz erhalten, größere Dachfenster eingebaut, gedämmt und eine Solarthermieanlage installiert. Der Energiebedarf soll bei dieser Variante um zirka 50 Prozent sinken. Die nächste Ausbaustufe ist die Erweiterungsmodernisierung. Im Vergleich zur Premium-Variante ist der Erweiterungsriegel kleiner, die verwendete Technik und die Materialien sind weniger aufwändig. Auch hier haben die Planer Wert gelegt auf die großzügige Versorgung mit Sonnenlicht. Dafür entstehen Kosten in Höhe von 275.000 Euro. Bei der Premium-Variante, die in Hamburg gebaut ist, beträgt der Sachwert 460.000 Euro. Ziel war dort die Optimierung der Energieeffizienz und CO2-Neutralität durch den Einsatz erneuerbarer Energien. pgl

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