Herstellung aus europäischen Baumarten und Rinde erforscht

Forschungsprojekt entwickelt Bauschaum aus Baum

Schaumstoff aus Rinden-Tannin gibt es bereits. © FSK

Schaum für Bauanwendungen aus Tannin gab es bislang nur aus Tropenholz. Jetzt haben Forscher Rezepturen für Kiefer und Fichte entwickelt.

Der europäische Forschungsverbund "BioFoamBark" mit neun Partnern hat neue Rezepturen zur Herstellung Tannin-basierter Bauschäume aus der Rinde von Kiefern und Fichten entwickelt. Die beteiligten drei deutschen Teilvorhaben der Universität Freiburg, des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme und des Nova-Instituts erhielten Mittel aus dem Förderprogramm "Nachwachsende Rohstoffe" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Dass Schäume auf Basis von Tannin viele Vorteile haben, war schon zu Projektbeginn durch frühere Arbeiten der französischen Partner von der University of Lorraine bekannt. Entwickelt wurde in früheren Projekten an der Universität Freiburg unter anderem Hartschaum aus Tannin. Er erhielt 2013 den Innovationspreis Schaumkunststoffe. Neben mechanischen Eigenschaften zeichneten sie sich durch gutes thermisches und akustisches Isoliervermögen aus und seien nicht brennbar, so die Forscher. Allerdings wurden solche Schäume bislang nur aus tropischen Baumarten wie Mimosa und Quebracho hergestellt.

In "Biofoambark" sollten nun Verfahren zur Schaumherstellung aus europäischen Arten erprobt und dabei vor allem das Nebenprodukt Rinde verwertet werden. Zur Herstellung der Schäume entwickelten die Forscher zwei Rezepturen für Tannine aus der Monterey- und der See-Kiefer und eine Rezeptur für Fichtenrindentannin, deren Eigenschaften mit denen aus den tropischen Baumarten im Wesentlichen vergleichbar waren.

Ob sich das Verfahren in Deutschland im industriellen Maßstab umsetzen lässt, hängt unter anderem von den Tannin-Ausbeuten bei der Extraktion aus Fichtenrinde ab. Da man aus Rinde aktuell vor allem Energie gewinnt, empfehlen die Forscher eine Kaskadennutzung zur Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen: Nach der Tannin-Extraktion bleiben 80 bis 85 Prozent der ursprünglichen Biomasse übrig, die weiter als Energieträger zur Verfügung stehen. Quelle: FNR / pgl

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