"Einheitliche Subvention wie Sonderabschreibung ist untauglich"

Finanzexperte warnt vor Steuerbonus

Steuerbonus für Sanierung ist umstritten. © Berres

Mit der Gebäudesanierung hat sich der Finanzausschuss des Bundestags beschäftigt. Dabei gab es Argumente gegen den Steuerbonus für Sanierung.

Michael Thöne, Geschäftsführer des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts der Universität Köln hat in der Anhörung des Finanzausschusses vor einem Steuerbonus bei der Gebäudesanierung gewarnt. Einen solchen Steuerbonus hatten zahlreiche Verbände gefordert, er ist im derzeitigen Entwurf der Bundesregierung vorgesehen als Abschreibung für Sanierungsmaßnahmen über zehn Jahre.

Sein zentrales Argument ist, dass Steuererleichterungen zu wenig zielgerichtet sind. Nicht überall seien sie in der gleichen Höhe notwendig und sinnvoll. Außerdem begünstigten sie Besserverdiener. Je höher die Steuerquote, desto höher die Entlastung. "Die Abschreibugen fördern die am stärksten, die es am wenigsten brauchen", so Thöne in der Anhörung. Er hat vorgerechnet, dass sich die Subventionsquoten zwischen den reichsten und ärmsten Wohnungseigentümern um den Faktor 2,1 unterscheiden.

Außerdem bevorzuge die Abschreibung Selbstnutzer, und die benötigten die Subvention am wenigsten. Thöne beruft sich dabei auf eine Studie der TU Darmstadt aus dem Jahr 2009, die zum Ergebnis kommt, dass bei vermieteten Objekten Fördermaßnahmen wichtig sind. Ein Gegenargument ist aus seiner Sicht auch, dass Steuervergünstigungen zu wohnungswirtschaftlich nicht gewollten Mitnahmen und Investitionen in danach nicht vermietbare Objekte führen kann. Das habe sich in den 90er Jahren in den neuen Ländern gezeigt. Zudem seien Steuervergünstigungen intransparenter als Subventionen. Sein Fazit: Die Wirksamkeit der Afa-Förderung liegt "im Vergleich zu einem alternativen, nach Umweltkriterien differenzierten Förderinstrument bei gleichen Volumen tendentiell niedriger." pgl

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