Bei beidseitigem Kalkputz ist F90-B nach DIN 4102 möglich

Feuerwiderstand von Außenwand mit Stroh zertifiziert

Shakti Haus hat bereits mehrere Strohballenhäuser realisiert. © Shakti Haus

Das Zertifikat über den Feuerwiderstand von Strohbauten könnte für mehr Akzeptanz in Deutschland sorgen.

Die Materialprüfungsanstalt Braunschweig hat ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis für feuerhemmende und feuerbeständige strohgedämmte Außenwände ausgestellt. Demnach genügen dünne Schichten aus Lehm- oder Kalkputz, um die Feuerwiderstandsklasse "feuerhemmend" F30-B gemäß DIN 4102 zu erreichen. Mit beidseitigem Kalkputz kann sogar die Feuerwiderstandsklasse "feuerbeständig" F90-B gemäß DIN 4102 erreicht werden. "Damit steht einer größeren Verbreitung der Strohbauweise auch in urbanen Gebieten nichts mehr im Wege", schwärmt Architekt und Vorstandsmitglied des Fachverbands Strohballenbau Dirk Scharmer.

Bis zu dreigeschossige Mehrfamilienhäuser oder Bürogebäude mit strohgedämmten Wänden können nun aufgrund dieses neuen allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses problemlos genehmigt werden. Dieses ist über die Webseite des FASBA frei verfügbar. Wer damit arbeiten will, hat dessen Bestimmungen einzuhalten, etwa zu den verwendbaren Putzen.

"Ausführende Firmen müssen mit einer Übereinstimmungserklärung verantwortlich bestätigen, dass die Wand gemäß den Bestimmungen erstellt worden ist", sagt Zimmerermeister Benedikt Kaesberg, der für den FASBA die Nachweisarbeiten geleitet hat.

Der neue Brandschutznachweis ist Teil eines vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Projektes zur Weiterentwicklung der Strohbauweise (Förderkennzeichen 22015511). Vorstandsmitglied Sissy Hein, die für den FASBA ebenfalls an diesem Projekt mitgearbeitet hat und für die europäische Zusammenarbeit zuständig ist, freut sich besonders: "Gegenüber dem boomenden Strohbau in Frankreich, dem Land, wo im August die wichtigste europäische Strohbaukonferenz stattfindet, ist die Nachfrage in Deutschland noch relativ gering. Mit dem Prüfzeugnis gibt es in Deutschland neue und anerkannte Möglichkeiten, mit Stroh zu bauen – und damit Gelegenheit, gegenüber Frankreich aufzuholen." Fachverband Strohballenbau Deutschland / pgl

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